Liebe Leserschaft,
ich werde ja nicht wirklich oft politisch, systemkritisch oder ärgerlich. Doch eine Sache frustriert mich zunehmend.
Das ist der Blick auf das Negative.
Wie komme ich darauf? Nun, ich beziehe mich auf die Kinder.
Vor der U7a durften wir freiwillig einen Fragebogen (Mannheimer Elternfragebogen MEF für die U7a) ausfüllen, der so spannende Dinge abklärte wie Fernsehkonsum in Stunden pro Tag, Bildungsstand der Eltern, Rauchverhalten der Erziehungsberechtigten, Süßigkeitenkonsum … – Wir füllten den nicht aus. Warum auch? Was haben diese Daten denn mit unserem Kind zu tun? Was tut so ein Bogen, außer die negativen Dinge, die Defizite, die Mängel darzulegen? Es gab keine ausgleichende zweite Seite, auf der Talente, Begabungen, Freuden aufzulisten waren. Dafür die Info, dass alle angegebenen Daten von der Krankenkasse erfasst, weitergeleitet und verarbeitet werden dürfen.
In den U-Untersuchungen das selbe Spiel. Defizite suchen, Mängel finden und aufdecken. Natürlich ist es wichtig, ohne Frage. Inwieweit Kinder in ihrer Entwicklung allerdings “Mängel” haben, sei mal dahingestellt, aber warum fragt denn keiner nach Talenten? Warum ist es völlig uninteressant, dass das Kind Mischfarben kann, dass es super balancieren kann oder mit Zahlen jongliert? Ist das kein Hinweis auf seine/ihre Entwicklung? Ist das weniger wichtig als eine unausgereifte Feinmotorik?
Für mich nicht.
Heute schwatzte ich im Kindergarten mit einer Erzieherin. Mir fiel auf, dass 2 Kinder fehlten. “Ja, der J. ist in der Förderstunde und durfte heute jemanden mitnehmen.”
Schon lange brodelte dieses Thema in mir, deswegen stellte ich einfach mal die Frage:
“Können die Förderkräfte eigentlich auch in die andere Richtung fördern? Kluge Kinder? Diese Neigungen ausbauen und somit Selbstbewusstsein stärken?”
Ein Lächeln war die Antwort. Nein, das ginge nicht. Der Kindergarten kann so etwas nicht stellen, da müsse man sich schon selber kümmern.
Deutschland, das ist nicht gerecht. Wenn in eine Richtung geschaut wird, sollte man der anderen nicht den Rücken zuwenden.
Frustrierte Grüße,
Eure Ankelilli.




















