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Monatsarchiv: November 2011

Die Gesellschaft, der Konsum und Weihnachten

Liebe Leser,

irgendwie ist dieses Jahr alles zuviel. Zuviel laut, zuviel bunt, zuviel Krach, zuviel blingbling, zuviel Kirmes, zuviel Gegröle nach mehr Glühwein, zuviel rahmtropfendes Langosch auf knisternden Synthetikjacken, zuviel Geschrei nach mehr, mehr, mehr.

Weihnachtsmarkt. Komisches Wort. Ein Markt für Weihnachten.

Aha. Sinnbefreit. Ein Markt der Möglichkeiten. Möglichkeiten zu fressen und zu saufen. Zu kaufen und zu nölen, mehr zu fordern, weniger zu bezahlen. Ein Rausch.

Aber kein Rausch der Sinne. Ein kranker Rausch. Als ob Weihnachten ein zu kaufendes Produkt sei. Ist es vielleicht auch. Wie titelt ein großes Elektronikhaus auf viel zu großen Werbebannern?

“Weihnachten wird unter dem Weihnachtsbaum entschieden!”

Und die Menschen glauben es. Ich sehe es in ihren Gesichtern, in ihren XXL Plastiktüten mit Spielzeugmotiv. In ihrer Hektik und der Unzufriedenheit.

Von ihnen wurde mir Weihnachten genommen. Ich brauche keinen Schnee, keine Weihnachtslieder. Nur eine Gesellschaft, die das Besondere noch wahrnimmt. Die verzichten kann, um nicht alles selbstverständlich zu nehmen.

Ich bin wahrlich kein gläubiger Mensch, aber zum Jahresende sich bewusst zu werden, dass das Leben nicht von bunten Geschenken und der daran geknüpften Erwartungshaltung geprägt sein muss…. das ist Weihnachten. Ich will keine Geschenke. Ich will Weihnachten.

Und nun kann man sagen: “Dann machts euch doch für euch in der Familie schön!”. Ha. Unsinn. Wir leben nunmal nicht auf einem autarken Bauernhof irgendwo im Nirgendwo. Selbst wenn man sich bewusst von Medien distanziert wird man doch permanent infiltriert. Auf dem Weg zur Arbeit, in unerwünschten Postwurfsendungen, beim Einkaufen. Wenn man in die achthundert Fenster der Plattenbausiedlung schaut.

Fröhliche Weihnachten! Euch allen.

Eure Ankelilli.

 
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Geschrieben von - 30. November 2011 in Alltag

 

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Aha. ZDF aspekte antwortet auf den Zorn der Jenaer Bürger.

Nun denn, das ist interessant: Zorn in Jena – aspekte antwortet

In dieser Videobotschaft erfahren wir, dass die Empörung bei den Verantwortlichen der Redaktion angekommen ist. Warum die Kamera einen wilden Tanz um den Redakteur vollführt, und warum (schon wieder) ein Buch Uhlys beworben werden musste, erschließt sich mir nicht, aber offenbar wird es noch in diesem Jahr eine Diskussionsveranstaltung geben, bei der der Konflikt Angstzone vs. Imageschaden auf den Tisch kommen soll.

Finde ich gut! Sehr gut. Ob Herr Uhly auch dabei ist? Ob er sich noch nach Jena traut? Fragen über Fragen. Was denkt ihr?

Hier ist, was andere dazu denken:

http://jakobcarstens.de/?p=34

http://steve-r.de/2011/11/zdf-beitrag-%E2%80%9Cextreme-gewaltbereitschaft%E2%80%9D-%E2%80%93-videoantwort-von-aspekte-wie-ernst-kann-man-die-redaktion-nehmen/

http://christophergaube.de/?p=674

https://plus.google.com/u/0/115681408596817629398/posts/FwbLM7aemDF

http://www.jenapolis.de/2011/11/aspekte-reagiert-auf-jenas-kritik-nach-dem-beitrag-ist-vor-der-recherche/

https://www.facebook.com/aspekte.kultur

http://estampapier.wordpress.com/2011/11/25/verstehen-und-missverstehen-am-beispiel-jena-und-zdf/

 
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Geschrieben von - 25. November 2011 in Alltag

 

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Blogsichtung: braunes Nazi Nest Jena – die Reaktionen auf den ZDF “aspekte” Beitrag

Update 3: http://www.l-iz.de/html/artikel/comics/schwarwel/zone.jpg:

Update (30.11.) Siehe da, der Herr Uhly hat auch etwas dazu zu sagen. Macht meinen inneren Aggressionspegel nicht wirklich entspannter (OTZ)

Update 2 am 30.11.: Die Jenaer Studentenschaft geht im Akrützel herrlich ironisch mit dem Thema um. Den Vorabdruck findet ihr in der Thüringer Blogzentrale

Es geht heiß her,

die Emotionen kochen hoch, nachdem auch die offizielle Stellungnahme der “aspekte” Redaktion äußerst unbefriedigend aufgenommen wird. Hier ist sie:

Liebe Zuschauer,

vielen Dank für Ihre Zuschrift zu unserer Sendung vom 18.11. Wir bedauern, dass unser Beitrag Sie so sehr empört hat. Wir hatten nicht die Absicht „den Osten“ und die Stadt Jena pauschal zu verurteilen.

Allerdings halten wir es für journalistisch vertretbar, dass wir dem Schriftsteller Steven Uhly, der sich wie viele andere Bürger auch in den östlichen Bundesländern von manifester Fremdenfeindlichkeit und rassistischen Pöbeleien bedroht fühlt, ein Forum gegeben haben. Seine Angstgefühl mag höchst subjektiv sein, ist aber deswegen nicht weniger legitim. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, einem Interviewpartner die Meinung einer Redaktion in den Mund zu legen.

Nach der Entdeckung eines rechtsterroristischen Netzwerks, das zehn Menschen ermordet hat, haben wir Uhly Gelegenheit gegeben, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Mit diesen Ängsten steht er als Bürger mit ausländischen Wurzeln keineswegs allein da.

Dass es in Jena viele Menschen gibt, die sich seit Jahren, wie Pfarrer König, im Kampf gegen die rechte Szene engagieren, hat unser Beitrag deutlich gezeigt. Aber gerade er und der Aussteiger Uwe Luthardt bestätigen die Existenz einer gewissen Fremdenfeindlichkeit, also genau den Grund für die Angst von Steven Uhly. Auch der kurdische Imbissbesitzer, bei dem sich Luthardt und Uhly trafen, wollte nicht vor die Kamera. Er habe Angst sich das Geschäft zu verderben, erklärte er seine Ablehnung. Noch immer gibt es in der Universitätsstadt Jena den berühmt berüchtigten Nazitreffpunkt das „Braune Haus“, das zwar zur Zeit aus baurechtlichen Gründen geschlossen ist, dessen Garten aber immer noch für rechtsextreme Versammlungen genutzt wird.

Von den 156 Menschen, die seit 1990 bei rechtsextremistischen Übergriffen zu Tode kamen, ist die Hälfte im Osten ermordet worden. Wenn man diese Zahl ins Verhältnis zu den Einwohnerzahlen der alten und neuen Bundesländer setzt, dann stellt man fest, dass die Zahl der Übergriffe in den neuen Bundesländern signifikant, nämlich fünfmal höher liegt. Zwar sind die rechten Gewalttaten mit Todesfolge glücklicherweise rückläufig, aber die ostdeutschen Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt berichten, dass sich die Zahl rechter Übergriffe seit Jahren auf einem skandalös hohen Niveau bewegt.

Wenn unser Beitrag Ihrer Meinung nach die Auseinandersetzung mit dem Problem des Rechtsextremismus nicht gefördert hat, tut uns das leid. Wir können Ihnen aber versichern, dass wir an diesem sensiblen Thema dran bleiben.

Mit freundlichen Grüßen,

Anna Riek,
Redaktion aspekte

Nun ja, ehe ich meinen Zorn über die Relativierung und absurden Zahlendrehereien hier auslasse, zeige ich euch lieber, was andere (meist regionale) Blogger dazu meinen.

Steve zum Beispiel analysiert die einzelnen Abschnitte – wie ich finde – sehr zutreffend. Ein Beispiel:

Danach folgt eine ebenso plakative Statistikauswertung wie vom ZDF als Grundlage gesehen- nur geht es um Drogentote. Da bekommt man richtig Angst, den “Westen” zu besuchen. Hilfe.

Auf Estampapier kann man das Ganze aus einer anderen Sicht beleuchtet nachlesen. Mitunter auch mit einem Schmunzeln, was bei der Wut und dem Ärger, der durch den Artikel hervorgerufen wird, ganz erleichternd ist.

Beispiel:

Ihr seht, auch diesen Beitrag sollte man sich durchlesen.

Die Thüringer Blogzentrale interessiert sich auch an euren Meinungen zur offiziellen Stellungnahme!

Natürlich sind auch alle meine Leser angehalten, die Petition von Jenapolis zu unterzeichnen!

Ich finde es ganz große KLASSE, dass sich die Jenaer Bürger/Blogger/Menschen so damit auseinandersetzen und ihre (Wahl)-Heimat verteidigen. Wenn nicht mit diesem Hintergrund, dann eben, um den politischen Journalismus wieder eine Richtung zu weisen, der richtig wäre: Objektiv!

Ich würde jetzt gern ein positives Beispiel bringen, kann ich aber nicht. Im Gegenteil. Schlusswort heute hat www.welt.de – Jawohl, die Welt. Die ganze Welt sollte sich über so einen Artikel empören!

Holla die Waldfee. Das wird ja immer schlimmer.

Update: Dieser Artikel der Jüdischen Allgemeinen ist ein positives Beispiel, wie man mit dem Thema umgehen sollte: reflektiert und nicht plakativ. Dass es in den Neunzigern deutlich schlimmer war als heute, dass viel erreicht wurde, aber das Thema natürlich noch präsent ist. Beispiel:

Ein weiterer- sehr interessanter Abschnitt dieses Artikel:

Muss man nichts dazu sagen, oder? Auch nach mehrfachem drüber nachdenken nicht.

Update 2: Jenanews.de empört sich über die Stellungnahme und zeigt gleich zwei Bilder von Aktionen gegen rechts. Und spannende statistische Auswertungen gibts da auch gleich mit:

Update 4: Die Zeit hat sich dem Thema lang und ausführlich gewidmet. Mit einer gut recherchierten Zeitachse des Kampfes gegen Rechts in Jena. Danke!

Update 5 (25.11.): Hier gibts einen Leserbrief von Sandro Witt, der über die (leider) stets präsente rechte Szene thüringischer (Klein)Städte schreibt:

Update 6. (25.11.) Und was noch ganz aktuell und wichtig ist: (Update 25.11.): Am SAMSTAG, 26.11. um 17:00 Uhr wird es auf dem Holzmarkt ein öffentliches Treffen des Aktionsnetzwerkes gegen Rechtsextremismus Jena geben. Folgene klare Anforderungen werden an die Veranstaltung gestellt:

Update 7: (25.11.)Ein nicht verschönernder Artikel des CICERO Magazins für politische Kultur setzt sich mit der rechtsextremen Entwicklung auseinander, dem Versagen der Politik und dem Aufbegehren der Jenaer Bürger. Beispiel:

An dieser Stelle möchte ich auch ein Dankeschön aussprechen für euer Interesse an dem Thema und meiner Aufstellung, die im Übrigen keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Es sind Artikle, die mir im Umfeld empfohlen wurden, die ich in Kommentaren fand oder im twitter retweetet wurden. Über weiteren Input bin ich sehr dankbar.

Update 9: Jens Mende kommentiert auf jenanews.de zum ZDF aspekte Beitrag:

Update 8: Das ZDF plant mit aspekte eine Diskussionsveranstaltung zu diesem Thema. Na ich bin gespannt.

 
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Geschrieben von - 24. November 2011 in Alltag

 

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Jena ist kein braunes Nest und man braucht auch keine Angst haben, hier zu wohnen.

Was mit öffentlich rechtlichen Geldern bezahlt wird, ist echt unglaublich.

In der ZDFMediathek findet man diesen Beitrag:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/nachrichten/#/beitrag/video/1496690/Extreme-Gewaltbereitschaft

Wenn man ihn ansieht, bekommt man Hass. Nicht auf Nazis, nicht auf die NPD (Den kann man ja trotzdem haben), sondern auf die “Journalisten”, die einen solchen Beitrag produzieren.

Plakativ, suggestiv und vor allem NICHT repräsentativ für die Stadt wird hier ein Ruf aufgebaut, der schlichtweg nicht gerechtfertigt ist.

Ich schaue auch nachts aus dem Fenster, wenn ich komische Geräusche höre. Meist ist das die Nachtigall. (Und ich wohne im sozialen Brennpunkt der Stadt, wohlgemerkt)

Hier werden Vorurteile aufgebaut, der Ruf einer Bildungshochburg zerstört, um unterm Strich ein Buch zu vermarkten. Auf Kosten einer Stadt, die weit mehr zu bieten hat als zerfallene Häuser, in denen ein paar Extremisten schreckliche Pläne geschmiedet haben. Ich bin überzeugt, die gibt es in jeder Stadt. Nur in München wäre es wohl nicht so gut anzuprangern.

Das Klischee des “braunen Osten” zu stärken ist nicht wirklich journalistische Qualitätsarbeit. Eine Freundin aus dem tiefsten Westen meinte mal, im Westen herrsche das Bild, dass alle Ossis nackte Nazis wären.

Ich hielt es für einen Witz.

Offenbar ist es nicht so.

Update: Dieser offene Brief ans ZDF ist absolut treffend!

Update2: Jena ist nicht braun! Villa und ihr Gatte berichteten schon vor einer Weile darüber!

Update3: Steve hat eine passende Analyse des Berichtes verfasst und trifft auch meine Vorstellungen sehr gut!

Update4: Florian Freistetter, Freund und Astronom, Scienceblogger und Österreicher, hat auch einen Artikel dazu geschrieben. Danke!

 
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Geschrieben von - 23. November 2011 in Alltag

 

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Wenn Kinder etwas aushecken :)

Hehe,

ganz aktuell und lustig:

Hannes fuhr heute in der Straßenbahn neben einem Nachbarn und plauderte aus dem Nähkästchen:

“Weisst du, wenn der Papa nicht da ist, dann gehen wir hinten übers Kinderzimmer ins Schlafzimmer und holen uns das Frettchen*. Dann spielen wir damit. Und wenn der Papa zurückkommt, schaffen wir es heimlich wieder zurück. Das habe ich mit meinen Geschwistern so ausgemacht!”

Hihi. So ist das also.

Nun denn, wer sich so viel Mühe im Aushecken macht und bis dato noch nicht damit aufgeflogen ist, dem sei es doch vergönnt. Ich weiß von nichts… tirili.

Kichernde Grüße,

Eure Ankelilli

*Frettchen, das: Bei uns der Name für das Archos 10.1 internet Tablet, was frettchenhafte Benachrichtingungstöne von sich gibt, sofern nicht stummgeschaltet.

 
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Geschrieben von - 22. November 2011 in Alltag

 

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Kreativprojekt oder eher Biologieprojekt: Ein Herbarium entsteht

Liebe Leser,

dies wird (hoffentlich) der Einstiegsartikel in einer Reihe, die zeigt, wie (hoffentlich) ein Herbarium entsteht, welches die Kinder mit Anleitung und dennoch in aktiver Mitarbeit gestalten werden.

Letztes Wochenende waren wir an der Saale spazieren und die letzten Blätter waren noch an den Bäumen. Ich erinnerte mich, dass ich als Kind auch viel Freude daran hatte, Blätter und Pflanzenteile zu pressen, einzukleben, zu beschriften und abzuheften.

Nun denn, jetzt habe ich selbst Kinder, also mache ich ein neues mit ihnen zusammen.

Interessanterweise sammelten wir knapp 15 Pflanzenarten ein auf diesem einstündigen Spaziergang. Schon toll, was man alles entdeckt, wenn man nur genauer hinsieht.

Ungünstigerweise sind die Blätter jetzt gepresst unter einem Bücherstapel, so dass ich die genaue Liste nicht posten kann… naja, dann eben im Folgeartikel dazu.

Ein paar Bilder habe ich allerdings schon für euch, vom Einlegen in Zeitung und dem Vorbereiten zum Pressen. Mal schauen, ob wir am Wochenende dazu kommen, die ersten Herbariumsblätter zu erstellen. Ich würde mich freuen.

Ihr auch?

Blätterraschelnde Herbstgrüße,

eure Ankelilli.

PS: Hier ist ein interessantes Buch zum Thema Herbarium mit Kindern erstellen.

 
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Geschrieben von - 22. November 2011 in Alltag

 

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Evanescence! LIVE!

Sick of it all
Sick of it all
They don’t understand how
Sick we are
Sick we are
Of this bottomless pit of lies
Behind closed eyes

Ich zitiere an dieser Stelle Amy Lee, weil es mir sehr passend erscheint, vom gestrigen Konzert von Evanescence in der Berliner Columbiahalle zu berichten.

SICK OF IT ALL! Oh ja.

Anke B. KEIN Foto zum Album “Evanescence in Berlin am 20.11.2011″ hinzugefügt.

hat sie nicht. Warum? Weil sie keine Fotos gemacht hat. Videos auch nicht. Das haben die anderen 2998 Menschen gemacht, die mit mir und meinem Mann in der Columbiahalle waren.

Videos und Fotos. Das ist eine Vollzeitbeschäftigung, deswegen konnten sie auch nicht am Konzert teilhaben. Und hier stellt sich mir dann die Frage: Warum gehen Menschen zu einem Rockkonzert?

Bis gestern dachte ich, um zu FEIERN! Um zu singen, zu schreien, zu heulen (kann ja mal vorkommen), zu springen, die Arme in die Luft zu reissen und die verdammt nochmal tollste Zeit zu haben!

Offenbar sehen die Berliner das anders. Bei denen bedeutet “Rockkonzert” schlicht und ergreifend: Fernsehen und sich dabei lustig unterhalten.

Das Ganze in bunten Spitzenkleidern, 20 Haarnadeln in der Hochsteckfrisur und High Heels. Ohne Strümpfe. Später dann barfuß. BARFUSS! Bei einem Konzert!
Also, Mädels, wenn ihr schon versucht, Amy zu kopieren, dann macht doch mal eure Augen auf! Die Frau ROCKT! So mit Springen, Tanzen, Singen, sich verausgaben! Herrje. Man kann doch nicht stocksteif da stehen und die Handtasche in der einen Hand halten und in der anderen das Handy hochhalten, um möglichst wackelfreie Videos aufzunehmen!

Bisher war es mir immer eine große Freude, in den Tagen nach einem Konzert ein paar Aufnahmen anzusehen und mich an die gute Zeit zu erinnern (und die schmerzenden Stellen zu massieren). Diesmal mache ich das NICHT. Aus Prinzip.

Weil ich nämlich DABEI war. Ich hab Amy vor mir gesehen, da schau ich doch nicht auf ein 9 Zoll Display!

Ich kann verstehen, wenn man mal ein paar Aufnahmen macht, ohne Frage. Und ich kann auch verstehen, wenn man sich nicht verausgaben möchte bei einem Konzert (naja, eigentlich nicht, aber ich bin ein toleranter Mensch). Aber andere daran zu hindern, nach vorn zu kommen, um bei den einzigen 30 Menschen zu stehen, die immer mal mitmachen, ist schlichtweg bescheuert! Aber genau das ist passiert. Wie Mauern standen die Berliner da, stritten sich mit mir rum, machten sich groß. Tja, später hatten wir dann Platz. Aber ich wollte prinzipiell keinen Platz zum tanzen und springen, sondern 6000 Hände in der Luft, die zusammen klatschen und singen. Das gab es nicht. Gar nicht. Nicht ein einziges Mal.

Die Leute haben nach dem “Pflichtteil” ja nichtmal nach Zugaben gerufen! So ganz nach dem Motto: Das Licht ist noch aus, die kommen eh wieder. Ich hätte vollstes Verständnis gehabt, wenn sie nicht noch einmal auf die Bühne gekommen wären.

Berlin, das war mal GAR NICHTS. Diese Arroganz, diese Lethargie und das Berieselnlassen war unter aller Sau und hatte NICHTS mit einem Konzert zu tun.

Aber was solls. Amy ist eine Göttin. Seit 10 Jahren himmle ich sie an und durfte mich davon überzeugen, dass es sich lohnt. Die Energie, Eleganz, Stimme und Ausstrahlung, die sie mit ihrer Musik vermittelt, kann sie live noch um ein Vielfaches potenzieren. Wahnsinn.

Es hätte so schön sein können. Wenigstens war Amy schön. Und ich textsicher.

Abschließend möchte ich mich an dieser Stelle nicht entschuldigen für “aus Versehene” Tritte, Schubser, Handyverwackeler oder Aufreger. Ihr hättet ja mitmachen können. Statt dessen habt ihr geschwatzt und euch drüber aufgeregt, dass sie zu schnell sprach. Tat sie im Übrigen nicht. Man sollte nur seinen Geist auch mal einsetzen, dann klappts auch mit dem Verstehen.

SICK OF IT ALL!

UPDATE: Diese Kritik ist ja wohl bodenlos frech. Ich wette, der Autor war nichtmal da. Oder er/sie darf keine ehrliche Kritik schreiben- Schade, dass es keine Kommentarfunktion gibt!

 
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Geschrieben von - 21. November 2011 in Alltag

 

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Nachtwächterführung in Jena. <3

Liebe Leserschaft,

Hätte ich im Titel nicht schon alles verraten, könnte ich euch jetzt überraschen.

Ja, gestern war ich dank unserer Firma und im Speziellen dank unserer Abteilung bei einer Nachtwächterführung durch die Innenstadt Jenas. Gut, was heisst Innenstadt…. Die Nachtwächterin führte uns durch das GANZE Jena von 1685, also entlang der Stadtmauer (bzw der Linie, die sie einnahm).

Dabei erfuhren wir auf äußerst amüsante Art, wie man sich das vorstellen muß, damals im Mittelalter.

Dass nämlich das erste Straßenpflaster vor der Stadtkirche St. Michael von Geld bezahlt wurde, welches einem Bußgeld entsprang. Speziellerweise einem Bußgeld für das Entkleiden eines Mannes im trunkenen Zustand. Auf dem im Bau befindlichen Kirchturm. O.o

Oder aber, dass die Nachtwächter die Stadttore reinigen, instanthalten und bewachen mussten. Dass sie einfache “Stechuhren” führen mussten um zu beweisen, dass sie nicht schlafend in der Ecke lagen.

Dass sie Angestellte der Stadt waren und somit den Akademikern (die einem anderen Recht unterlagen) nichts zu sagen hatten- auch Studenten nicht. Diese wiederum mussten mit “Sie” angesprochen werden und waren hoch angesehen! (Man stelle sich das heute mal vor…)

Am Accouchierhaus erfuhren wir, dass ursprünglich die Frauen hier freiwillig gebären sollten. Da das aber keine tat, wurden alle ledigen Frauen einfach mal verpflichtet, hierin zu kommen. Dafür brauchten sie nicht ins Gefängnis aufgrund der ledigen Schwangerschaft. Herren oblag eine Geldstrafe von 12 Talern für das Schwängern einer Frau. (ungefähr ein Jahresgehalt) – aber das Heiraten war ja nur Menschen mit höherem Ansehen gestattet!

Ich weiß jetzt, warum Bücher der damaligen Zeit gar merkwürdig zusammengesetzt wurden (Die Papierbögen wurden gedruckt und beim Buchbinder je nach Kunde gebunden- nicht nach Thema. So folgt auf einen Städtebericht gleich mal das Register der Beerdigungen uns so weiter)

Getränke gab es in Schankstuben. Dort aber kein warmes Essen. Schankstuben haben einen runden Torbogen! Sie waren ein Nebengewerbe der Bürger, da Bürger Land besaßen. In der Regel auch einen Weinberg. Und damit auch eine Brauerlaubnis. Irgendwo bei Cospeda wurde auch Bier mit Brauwasser gebraut, dessen Wasserleiter durch den Friedhof geht……

Und noch was gruseliges: Gleich vor der Stadtmauer, neben dem Holzmarkt (zu Fuße des Theaterhauses) befanden sich die Fischteiche des Klosters. Hier wurden zwar hauptsächlich die Fische für die Fastenzeit herangezogen, aber auch die Babys ertränkt, die illegal auf die Welt kamen. O.o – Natürlich spukt es dort jetzt. Dazu kommt, dass die Anatomie der Universität dort (hinter der Stadtmauer) die Leichen aufschnippelte. Im Anatomieturm, der noch heute in Teilen erhalten ist, wurden sie aufbewahrt. Dort durften wir rein! Eine recht spannende Akustik herrscht durch das Gewölbe da. Die obligatorische Geschichte der frisch verstorbenen und veräußerten Ehefrau, die aufgeschnitten wurde und doch noch lebte, wurde zum Besten gegeben. Wobei dies alles durch die Chronik der Stadt belegt ist.

Diese und noch viele viele lustige, eklige, spannende und wundersame Geschichten kenne ich jetzt. Ich weiß sogar, wo der Pranger angebracht war.

Herrlich. Also, das kann ich jedem empfehlen. Es gibt auch öffentliche Teilnahmemöglichkeiten, ohne Firmenfeier. Dafür mit Feuerakrobaten.

Coole Sache das.

Eure Ankelilli

 
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Geschrieben von - 18. November 2011 in Alltag

 

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Kreativprojekt: Eine Kinderhose an einem Abend nähen.

Liebe Leser(innen?)

Weil ich gerade so schön dabei bin :)

Wisst ihr, was man so alles sinnvolles tun kann, wenn man keinen Fernseher mehr hat?

Nähen zum Beispiel. Mit meiner 08/15 Nähmaschine aus dem Supermarkt kann ich zwar weder Overlock- noch Coverlocknähte zaubern, aber für (ganz) einfache Kleidungsstücke reicht sie noch völlig aus. So muss ich nur damit leben, dass Ober- und Unterfadenspannung nie hinhauen, das Garn reisst und das Fußpedal nicht wirklich stufenfrei läuft. Passt.

Schaut mal, was ich für Florian angefertigt habe (Tipp: Beitragstitel beachten): Hose selbstgenäht

Schicki, wie ich finde. Ihm gefällt sie auch gut. Vor allem die tiefen Taschen.

Ich mag die niedrige Bundhöhe. Das ist nicht typisch für Kinderkleidung, aber sehr in meinem Sinn. Sie hat einen ganz leichten Schlag und als Blickfang habe ich Ziernähte in zwei Farben aufgesetzt, sowohl am Saum als auch an den Taschen und als grafisches Element am linken Hosenbein.

Der vordere Hosenbund ist glatt, hinten ist ein Gummiband drinnen, damit sie trotz der niedrigen Höhe noch am Po bleibt.

Als Stoff dient übrigens IKEAs Merete – besser gesagt Reste davon, denn der Hauptteil hängt an unseren Gardinenstangen. Das Gewebe ist fest und faltenfrei, von daher wärmstens als Hosenstoff für den Herbst zu empfehlen.

Und wenn ihr euch jetzt noch fragt, wie man so ein schickes Teil denn näht? Nun, das ist ganz einfach. Schaut euch Danas Tutorial der “Kids pants with flat front and pockets” an. Hier geht es Schritt für Schritt durch die Arbeit, mit sehr einfachen Erklärungen und Bildern. Ich habe lediglich den Schnitt auf Floris Maße abgeändert und dabei den Schlag eingearbeitet. Ansonsten ist es eine Kopie ihres Arbeitsablaufes.

Für das Nähen habe ich einen Abend gebraucht, da waren aber das Anpassen des Schnittmusters und der Zuschnitt schon erledigt.

Für Anna nähte ich auch schon zwei Kleider. Die verweigert sie aber. :’( – Kann ich nichts machen. Zeigen kann ich sie euch ja aber trotzden. Wenn ihr wollt?

Ansonsten wars das erstmal für heute.

Viel Spaß beim Nachmachen!

Eure Ankelilli.

 
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Geschrieben von - 16. November 2011 in Alltag

 

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Staubsaniert. Mit Schulneuigkeiten!

Liebe Leser *puuust*,

nun habe ich mich doch endlich mal aufgerafft, diesen wunderbaren Blog aus der Versenkung zu holen. Ein frischer Einband, neue Ideen, und Inhalt, auf den viele meiner Leser neugierig sind:

Wie läuft es denn nun in der frisch ausgegründeten Jenaplanschule?

Nun, es läuft großartig. Hannes hat sich gut in die Stammgruppe integriert, hat die Raufbolde schon alle gefunden und seine Position als erstes  Schulkind der Familie ordentlich verteidigt. Nun wackeln die Zähne der Jungs um die Wette. Floris Schulreife äußert sich auch im Gebiss schon. Im Kindergarten ist dieser nun gänzlich unterfordert, doch tut ihm die Rolle als “der Große” dort sehr gut. Selten sahen wir ihn so kindlich, ausgelassen, selbstbewusst. Offenbar war es wieder mal richtig, dem Instinkt zu folgen.

Förderung bekommt er nun zu Hause. Hannes wendet gelerntes an, Florian schaut es sich ab. Da werden Einkaufslisten und Zettelbotschaften geschrieben, Bilder gemalt und Rechenaufgaben gelöst. Letztere durch Spiele wie Numino oder Trio Domino"".

Aber auch wir Eltern können nicht meckern. Bis jetzt gab es in diesem Schuljahr:

1 Stammgruppenelternabend

1 themenbezogenen Elternabend zum Thema “Bewertungskultur an der Jenaplanschule”

1 Nachmittagstreffen zum Thema “Lesen lernen durch Schreiben”

2 Elterncafés

grob 10 Eltern AGs, in denen (je nach Kompetenz) an der Schule mitgearbeitet werden kann/soll

und ein Kennenlernwochenende mit Tagungsprogramm. Meinen Bericht dazu findet ihr auf der Schulwebseite, die jetzt (hoffentlich bald) ein neues Layout bekommt und deutlich mehr aktuellen Inhalt. Das könnt ihr gern lesen und euch mitfreuen, wie genial doch das ganze Konzept und die Umsetzung dazu sind.

So, das wars aus schulischer Sicht.

Grüße in den Abend,

Eure Ankelilli.

 
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Geschrieben von - 16. November 2011 in Schule

 

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