Welche übrigens immer noch einen adäquaten Namen sucht.
Gestern war ja, wie auf der offiziellen Homepage ersichtlich, der erste Donnerstag des Monats und somit Treffen aller Eltern, Förderer, Interessierter im Cafè “Grünowski” in Jena.
Da ich ja noch nie hier “aus” war, musste ich dieses erst suchen und war erst verwundert und später begeistert ob des wunderbaren “Außengeländes”. Es ist kein schnöder Biergarten, nein, es sind Tischgruppen im Garten, unter Bäumen, die mit Lampions beleuchtet werden. Außerdem befindet sich auf dem großzügigen Areal ein Kinderspielplatz und ein Zelt mit integrierter Bar. Die Volkssternwarte “Urania”, Schillers Gartenhäuschen und die Kulturarena im Hintergrund, wunderbar kann ich nur sagen.
Leider war da keine Ansammlung von Eltern, Pädagogen, Politikern oder sonstwem. Ich bestellte mir erstmal ein Wasser und hatte Glück, daß ein großer Herr, nennen wir ihn mal F., die Bedienung just in diesem Moment auch nach dieser Gruppe befragte. Ich heftete mich einfach mal an seine Fersen. Wir schwatzten schon eine Weile, da kam dann auch noch ein Herr dazu, nennen wir ihn mal W.
Dieser war tatsächlich Vertreter der Schule, sein Sohn ist Teil der aktuellen Stammgruppe. Wie schön. So konnte ich doch einige neue Informationen über den vor der Tür stehenden Schulstart sammeln.
So sind die Unterrichtszeiten der Kinder, wie bei Jenaplan üblich, in große Blöcke à 90min gegliedert, mit einer kurzen Pause dazwischen und einer ausgedehnten Mittagspause. Die groben Zeiten sind: Unterrichtsbeginn 8:15 Uhr, Ende ca. 14:30. Das mag für “Erstklässler” spät sein, aber das Pädagogikprinzip schließt ja Hausaufgaben aus, von daher bleibt der Nachmittag dann auch wirklich geistig frei von erneuter Lernerei. Wer mag, kann ja hier noch ein wenig über die Jenaplanpädagogik lesen.
Zum Schulessen gibt es jetzt eine Zusammenarbeit mit einem kleinen Jenaer Unternehmen, die auf frittierte Hühnerformfleischdinosaurier verzichten und dafür tatsächlich mit echtem Gemüse und Fleisch arbeiten. Es gibt 2 Wahlessen und die Möglichkeit, Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu umgehen.
Die erste Stammgruppe deckt den ganzen Bereich 1.-3. Klasse ab, wobei die Schwerpunkte auf den neu eingeschulten Kindern liegt. Sicher füllt sich diese Gruppe dann in den weiteren Schuljahren rasch auf. Es sind ein paar mehr Jungs als Mädchen, aber generell keine stark verschobene Statistik.
Der Frühhort wird im Moment ab 6:30 Uhr über die Stoyschule angeboten, es gibt einen Hortner und eine Hortnerin, die sich ganz wunderbar um die Kinder kümmern. Einen Späthort gibt es auch, nähere Info dazu gibt es immer aktuell auf der offiziellen Homepage.
Ich habe anbringen können, daß der Blasmusikverein “Carl Zeiss” Jena eine Zusammenarbeit gern sehen würde, daß es dort konkrete Ideen und Vorschläge gibt, die mit der neuen Schule möglicherweise gut zu vereinbaren wären. Dies stieß bei W. auf Interesse, jedoch sagte er mir, daß es diesbezüglich wohl schon Kontakt gibt, denn eine Mutti hätte ihr Kind auch in diesem Verein und wollte diesbezüglich Vermittlungsarbeit leisten. Das freut mich natürlich.
Leider ist außer W. keiner mehr da gewesen, den man hätte noch ausquetschen können. Es könnte daran liegen, daß am Samstag große Schuleinführung ist und fast alle Beteiligten an einem “Willkommes- Theaterauftritt” arbeiteten. Die Eltern spielen nämlich für die Kinder ein Stück von Janosch und der Tigerente. Ist das nicht toll? Das nenne ich mal einen schönen Start in die Schule.
Ich hatte auch noch ein Anliegen, und zwar fände ich es schön, wenn die “Frischlinge” die Möglichkeit hätten, sich in der Mittagspause oder im Hort hinzulegen und kurz abzumatten. Für viele ist die harte Konzentrationsarbeit am Vormittag sehr anstrengend und die Umstellung vom Kindergarten würde sicher vielen leichter fallen, wenn sie einfach mal die Augen zumachen könnten.
W. notierte sich dies und meinte, theoretisch wäre ein Platzangebot da, aber es wurde noch nicht über Matratzen/ Betten nachgedacht.
Das ist ja das Schöne an einer Schule, die aus einer Idee, von Eltern für Eltern, mit staatlicher Unterstützung und politischem Schaffensdrang, entsteht. Man kann so vieles anregen, Dinge in Frage stellen und aktiv an der Formung teilhaben. Wenn man eine Idee hat, und diese umgesetzt werden soll, wird man dann allerdings auch in die Pflicht genommen und muss an der Umsetzung maßgeblich mitarbeiten. Wer sein Kind um 7 Uhr zum Unterricht bringt und um 13 Uhr wieder holt und es damit belassen will, für den ist so eine Schulart sicher nichts. Dafür haben wir hier aber die Möglichkeit, zu wählen.
Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Eure Ankelilli.