RSS

Paxi und die Kekse

Hallo! Da bist du ja wieder! Na, möchtest du, dass ich dir eine neue Geschichte von Paxi, Pia und Paul vorlese? Das mache ich gern. Kuschel dich an mich heran, dann geht es auch schon los.

Was für ein herrlicher Tag war das heute! Die Sonne schien hell und früh am Morgen sammelten sich unzählige Tautropfen an jeder Grashalmspitze, die auf der Wiese gleich hinter dem Haus mit den vielen Fenstern beginnt.

Auf dieser Wiese stand der große, kräftige Baum mit den dicken Ästen. Seine Blätter bildeten ein dichtes Netz aus grünen Punkten. Nein, nicht einfach nur grün, sondern hellgrüne, gelbgrüne, braungrüne, glänzend grüne, dunkelgrüne und türkisgrüne Tupfen verteilten sich an den braunen Ästen. Es war ein herrlicher Anblick, wenn die Sonne langsam an den Himmel stieg und dabei ihre ersten Strahlen durch dieses Blätterdach schickte. Der Baum schien zu funkeln, als ob die Sterne der Nacht sich in ihm schlafen legten.

Das Funkeln war es aber auch, was drei rostbraune Eichhörnchen jeden Morgen aus ihren Träumen kitzelte. Da krabbelten die Näschen, da kitzelten die Zehen. In Sekundenschnelle kletterten sie aus ihren Kobeln und begrüßten den Tag. Es wurde gelacht und gehüpft, gefressen und geknuddelt.

Ihr wisst doch noch, was wir heute auf dem Plan haben?“ fragte Paul die beiden Kleinen nach ihrer Zahnpflege.

Pia und Paxi schüttelten die Köpfe.

Wir wollten die drei Kobel wieder reparieren und neue Dinge finden, mit denen wir sie auspolstern können. Bei dem letzten Regen ist Wasser eingedrungen und sie sind gar nicht mehr gemütlich.“ So legten sie also die Aufgaben fest. Paul wollte alle drei Nester gründlich untersuchen. Pia sollte das alte, nasse Moos und die feuchten Federn herausräumen und Paxi ging auf die Suche nach weichen, frischen Elementen für die gemütliche Ausstattung ihrer Nester.

Als erstes suchte er im Baum. Er fand biegsame Blätter, die er zu seinen Geschwistern brachte. Dann schwang er sich kopfüber am Stamm entlang und hüpfte vorsichtig auf die Wiese . Hier und da stolperte er über eine Beere oder eine saftige Knospe, die schnell ihren Weg in seinen Bauch fanden.

In einem Busch fiel sein Blick auf ein verlassenes Vogelnest. Sicher ließ sich hier etwas finden. Flink kletterte er hinauf und sammelte ein paar Federn ein. Sie waren schön anzuschauen. Gelb, mit roten Punkten und grüne waren auch dabei. Flauschig weich waren sie und Paxi war sich sicher, dass man gut auf ihnen liegen konnte.

Nachdem er auch diese Lieferung abgeladen hatte, suchte er nach Moos. Das war gar nicht so leicht zu finden. Schattig wächst es und darf nicht zu trocken sein.

Die dunkle Ecke am Haus da vorn, dort, wo die Menschenkinder immer ihre bunten Behälter voll Wasser füllen. Dort könnte ich Glück haben“, dachte sich Paxi. Jetzt musste er sehr achtsam sein, denn in dem Haus mit den vielen Fenstern gab es auch Katzen. Und wenn Paxi eines fürchtete, dann waren es Katzen. Diese Tiere waren nämlich viel größer und schneller als er und nur zu gern jagten sie kleine Eichhörnchen, um sie mit ihren scharfen Zähnen zu schnappen. Oh nein, auf eine Katze durfte er nicht treffen. Vor anderen Dingen hatte er eigentlich keine Angst. Dachte er.

Wie auf Samtpfoten huschte das kleine rote Eichhörnchen die Wiese entlang auf das Haus zu. Seinen weißen Bauch drückte es dicht an den Boden, damit er nicht entdeckt wurde. Schon sah er die feuchte Ecke und roch das saftige Moos. Mit flinken Händen rupfte er so viel davon aus, wie er nur tragen konnte. Er drehte sich um und wollte zu seinem Baum rennen, da hörte er sie.

Die Menschenkinder waren fröhlich und ausgelassen. Die Sonne hatte auch sie wachgekitzelt und nun wollten sie auf der Wiese hinter dem Haus etwas spielen.

Als sie aus der Tür gerannt kamen, schrie eines auf: „Seht mal, ein Eichhörnchen!“

Sie brauchten nur wenige Schritte, um Paxi auf den Fersen zu sein. Der lange, buschige Schwanz zitterte vor Angst, denn die Kinder waren Riesen in seinen Augen.

Zum Glück rief einer der Jungen plötzlich: “Hey, lasst ihn gehen, wir machen ihm doch bestimmt eine höllische Angst. Wer will mit mir Verstecken spielen? Und außerdem habe ich hier Kekse. Willst du einen?“

Paxis Herz schlug schneller. Die Kinder verfolgten ihn nicht mehr. Zitternd schlüpfte er in den ersten Kobel und drückte sich an die Wand. Er saß eine ganze Weile sehr still und hörte, wie sein Herz so laut schlug, dass es in seinen Ohren rauschte.

Das Moos hatte er fallen gelassen. Aber das war ihm egal, er war froh, dass er nicht verletzt worden war.

Als er sich beruhigt hatte, war die Neugier wieder größer als seine Angst. Der Junge hatte etwas gesagt von Keksen. Er kannte dieses Wort. Es fiel immer, wenn die Kinder auf der Wiese spielten. Und meist lagen danach viele leckere, süß duftende Krümel im Gras. Kekse. Köstliche Kekse. Kinderkekse. Paxi hatte jede Furcht verloren und suchte mit seinen schwarzen Augen nach den verführerischen Leckerbissen.

Die Kinder hatten sie tatsächlich direkt unter seinen Baum gestellt. Ob er es wagen sollte? Nur einen einzigen wollte er sich schnappen. Einen einzigen runden, knuspernden Keks.

In Windeseile stürmte er von dem Ast, auf dem er saß, am Baum entlang, über den großen Stein und zu dem Teller, auf dem das Gebäck lag. Glücklich griff er nach einem und sauste wieder in sein Versteck. Paul und Pia staunten, als Paxi mit diesem Schatz ankam. Aber auch sie mussten zugeben, dass dieser Keks das leckerste war, was sie seit Langem gegessen hatten.

Auch die Menschenkinder lagen nun auf der Wiese und knabberten. Sie stritten sich, weil jeder von ihnen zwei Stück bekommen hatte und nun aber einer fehlte.

Ich wette, den hat sich das Eichhörnchen geholt“, sagte das kleine Mädchen.

Niemals!“ meinte der Junge, der zuvor Paxi gerettet hatte. „Eichhörnchen fressen doch keine Kekse, das hätte ich doch schon mal irgendwo gelesen.“ Aber insgeheim wunderte er sich auch darüber, dass einer fehlte.

Am Abend, als die Menschenkinder schon lange wieder in dem großen Haus verschwunden waren und die drei Eichhörnchen ihre Kobel frisch ausgepolstert hatten, schaute Paxi von der höchsten Astgabel hinüber. Ein Fenster stand offen und der Junge von Nachmittag lief im Zimmer herum. In der Hand hielt er ein Buch. Immer wieder schaute er zu dem Baum, und schüttelte dabei den Kopf. Schließlich legte er das Buch aber zur Seite und hielt den Kopf in die Abendluft.

Tuktuktuk“, machte er.

Eichhörnchen! Tuktuktuk!“

“Was soll das denn heissen?” fragte sich Paxi. Er kicherte. Menschen waren schon merkwürdige Wesen.

Neugierig sah er wieder zu dem Jungen. Dieser platzierte gerade verschiedene Dinge auf seinem Fensterbrett. Dann schloss er die Scheiben und machte das Licht aus. Paxi konnte beobachten, wie die Mama hereinkam und den Jungen in sein Bett legte. Er deckte sich mit einer Decke zu und dann geschah nichts mehr.

Paxi war aufgeregt. Was lag da nur auf dem Fensterbrett? Ob er einen Blick wagen sollte? Leise leise schlich er über die Wiese zu dem Haus. Mit wenigen Sprüngen schaffte er es bis zu dem Fenster, hinter dem der Junge schon schlief.

Das Eichhörnchen konnte seinen Augen kaum glauben. Da lagen Sonnenblumenkerne, Haselnüsse und Tannenzapfen, Apfelstückchen und Hagebutten. Und ein Keks.

Als Paxi all diese Vorräte in den Kobel gebracht hatte, war er völlig erschöpft. Zusammen mit seinen Geschwistern fraß er sich satt, aber den Keks, den sparten sie sich für den nächsten Morgen auf.

Paul zupfte noch einmal das neue Lager zurecht, dann fing er an, ihnen von den Menschenkindern zu erzählen. Auch er hatte sie schon oft bei ihren seltsamen Spielen beobachtet.

Doch Paxi und die kleine Pia hörten gar nicht mehr richtig hin. Sie hatten sich aneinander gekuschelt und die Augen geschlossen. Paul hatte die warme Schmusedecke über sie gelegt. Du weißt schon, die grüne mit den gelben Punkten. Die grüne, die nach Schlaf duftete und so weich war, dass man unter ihr den schönsten Eichhörnchenschlaf schlafen konnte.

 

Eine Antwort zu Paxi und die Kekse

  1. Mutti

    14. März 2010 at 22:17

    Liebe Ankelilli, wenn das deine Deutschlehrerin liest, ist sie stolz auf dich.Die Geschichten sind toll.Ein wenig denke ich an den Traumzauberbaum dabei.Länger sollten sie aber nicht werden. In der 1. Geschichte hat sich ein kleiner Fehler in einem Satz eingeschlichen.
    Achte auch auf die Zeitformen.das ist nicht immer einfach, besonders der Wechsel vom Präteritum zum Perfekt.(nur kleiner Hinweis)Warum sind es eigentlich 2 größere Brüder und eine kleine Schwester???? Gibt es etwa Parallelen zu einigen entzückenden Menschenkindern in einem Haus mit vielen Fenstern?
    Ich wünsche dir viele Ideen mit Abenteuern um die kleinen Eichhörnchen.
    Klasse Anfang.

     

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

 
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 352 other followers