Paxi und seine Geschwister
Kennst du den großen, kräftigen Baum mit den dicken Ästen, der ganz in deiner Nähe auf der Wiese steht? Und hattest du die kleine Familie gesehen, die darin wohnte? Nein? Die buschigen roten Schwänze? Die kleinen fleißigen Hände? Die großen schwarzen Augen?
Erinnere dich mal ganz fest, bestimmt weisst du, wen ich meine.
Der kleine Eichhörnchenjunge Paxi war immer auf den Beinen. Ohne Pause hüpfte er von Ast zu Ast: von dünnen zu dicken, von kurzen zu langen. Von krummen zu geraden, von alten zu jungen. Ständig hielt er dabei Ausschau nach Leckereien. Denn Essen war das, was Paxi fast noch lieber machte als Klettern und Springen. Für eine Nuss oder eine Beere sprang er gerne so weit und hoch er konnte.
Gleich hinter Paxi flitzte oft ein Eichhörnchenmädchen die Zweige entlang. Das war Pia, seine Schwester. Sie war jünger und kleiner als er. Ihr Rückenfell war auch ein wenig heller als seines. Wenn die Frühlingssonne darauf glitzerte, leuchtete es in dem schönsten Orange, welches du dir vorstellen kannst. Pia liebte ihren Bruder über alles. So oft sie konnte, sprang sie ihm hinterher und schaute zu, wie er die verstecktesten Leckereien fand. Von Paxi hatte sie auch schon gelernt, besonders harte Nüsse zu knacken. Darauf ist war mächtig stolz.
Paxi und Pia hatten auch einen Bruder. Er war größer und älter als sie beide, denn er wohnte schon zwei Sommer lang in dem großen, kräftigen Baum mit den dicken Ästen auf der Wiese ganz in deiner Nähe. Sein Name war Paul. Du erkanntest ihn leicht an seinem buschigen, braunen Schwanz und seiner spitzen Schnauze. Paul war ein Beschützer. Er achtete sehr genau darauf, dass seinen Geschwistern nichts passierte, denn er kannte den Geruch der Gefahr ganz genau. In seinen schwarzen Augen blitzten helle Sterne, wenn er jede Nacht durch die Baumkrone lief und seine Ohren aufstellte, um ganz genau in den Wind zu lauschen, ob alles in Ordnung war.
Heute nacht war alles ruhig. Paul konnte hören, wie Paxi und Pia träumten. Dann wackelten ihre Beinchen und das dichte Fell ihres Schwanzes zitterte ein bisschen. Es war ein aufregender Tag gewesen. Am Morgen hatte es gestürmt und die dicken Äste des alten Baumes wurden hin- und hergeweht. Dabei hatten sie leise gestöhnt, denn für einen so alten Baum war es anstrengend, mit dem Wind zu tanzen. Paxi und Pia hatten viel Spaß. Sie sind umhergesprungen und haben mit dem Sturm gekämpft. Immer wieder und wieder sind sie durch die Zweige gehuscht, haben sich an die Rinde gepresst und in Astgabeln versteckt, während der Wind mit seinen starken Fingern versucht hat, sie abzupflücken und mit ihnen Ball zu spielen. Das ist natürlich gefährlich für so kleine Tiere und Paul hatte alle Mühe, die Kleinen sicher und unverletzt durch den Tag zu bringen. Zum Abendessen hatte er aus der großen Spalte am Fuße des Baumes einen besonders leckeren Fichtenzapfen geholt, aus dem die drei mit großem Hunger die saftigen Samen schälten und so viel aßen, bis ihre Bäuche rund und ihre Augen ganz müde waren.
Wie jeden Abend erzählte Paul den beiden noch eine kleine Geschichte. Von den Menschenkindern drüben im Haus, die sich ihre Nasen am Fenster ganz platt gedrückt hatten, als draußen der Sturm die Blätter und Zweige des Baumes umhergeworfen hatte.
Doch Paxi und die kleine Pia hörten gar nicht mehr richtig hin. Sie hatten sich aneinander gekuschelt und die Augen geschlossen. Paul hatte die warme Schmusedecke über sie gelegt. Du weißt schon, die grüne mit den gelben Punkten. Die grüne, die nach Schlaf duftete und so weich war, dass man unter ihr den schönsten Eichhörnchenschlaf schlafen konnte.
Kerstin
16. März 2010 at 14:08
Liebe Ankelilli,
habe meinen zwei´n die erste geschichte vorgelesen. die kleine versteht es nun noch nicht, aber mein großer fand sie toll. ihm ist sofort aufgefallen, dass die namen der 3 geschwister alle mit “P” anfangen. und mir fiel auf, dass es ein kleines mädchen mit 2 größeren brüdern ist. eventuelle übereinstimmungen mit bekannten personen ist sicherlich rein zufällig,
jedenfalls bin ich erstaunt, zu was man so kreatives fähig sein kann. hut ab! mach weiter so und wir freuen uns schon auf die nächsten geschichten mit den drei geschwistern und eventuellen freunden.
lg kerstin