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Paxi und der Fuchs

Willkommen zurück, meine kleinen Eichhörnchenfreunde. Ich habe ein neues Abenteuer von Paxi und seinen Geschwistern dabei, die hoch oben in dem großen, kräftigen Baum leben, dem mit den dicken Ästen, der ganz in deiner Nähe auf der Wiese steht.

Der kleine, freche Eichhörnchenjunge Paxi und seine Geschwister Pia und Paul lernen heute, wie wichtig es ist, seine Feinde gut im Auge zu behalten.

Hoch oben in der obersten Astgabel saß Paxi und wippte mit seinem buschigen Schwanz auf und ab. Er war sehr aufgeregt, denn Paul hatte in den letzten Tagen immer wieder einen gefährlichen Feind der Eichhörnchen gerochen: einen Fuchs! Immer wieder schlich er tags und nachts über die Wiese gleich hinter dem Haus mit den vielen Fenstern.

Paul wurde sehr besorgt, als er eines morgens an der Rinde seines Baumes den typischen, stechenden Fuchsgeruch wahrgenommen hatte. Seit dem hielt er Ausschau nach dem roten Fell, der weißen Brust und den gefährlichen schwarzen Pfoten. In Windeseile konnte so ein starker Jäger ein kleines Eichhörnchen packen und davonschleppen, das wussten sie alle. Paul hatte den Jüngeren verboten, auf Abenteuer zu gehen und ständig rief er sie in seine Nähe.

Zum Glück können wir gut riechen“, sagte er zu seinen Geschwistern, „denn ihn zu wittern und zu fliehen, das ist das Einzige, was uns bleibt, wenn er in unsere Nähe gekommen ist.“

Paxi und Pia waren von Pauls Wachsamkeit angesteckt worden. Auch sie lauschten, rochen, beobachteten und passten auf. Jeder Busch, jeder Baum und jeder Strauch am Wiesenrand konnte den Räuber verbergen.

Ihr müsst heute besonders wachsam sein, meine Lieben,“ erklärte Paul ihnen an diesem Nachmittag. „Ich möchte hinunter zu den Fichten laufen, um neue Zapfen zu sammeln, dann seid ihr eine Weile alleine im Baum. Macht keinen Unsinn und seid vorsichtig. Ich habe den Fuchs seit zwei Tagen nicht mehr gerochen oder gesehen, vielleicht ist er schon weitergewandert, vielleicht aber auch nicht. Möglicherweise wartet er nur einen unbeobachteten Moment ab, um anzugreifen. Hütet euch also vor der Wiese, hier oben seid ihr sicher.“

Mit diesen Worten sprang Paul am Baum hinunter, tapfer und mutig auf der Suche nach frischen Samen.

Pia und Paxi kuschelten sich aneinander- sie wollten hier oben sitzen bleiben und alles beobachten, um ihren Bruder rechtzeitig warnen zu können, falls sie den Rotpelz des Feindes sichteten.

Schnell hüpfte Paul zum Rand der Wiese, durch die Haselsträucher und hinüber zu den sechs Fichten, die dahinter in die Höhe wuchsen. Viele Zapfen gab es da zu holen, denn weit und breit waren sie die einzigen Eichhörnchen, die sie aufsammelten. Er stopfte sich die Backen voll und packte mit seinen Pfoten einen besonders schönen Zapfen, als er aus der Ferne einen lauten, hohen Pfeifton hörte, der nur eines bedeuten konnte: Gefahr!

Wie ein Blitz raste der kräftige Paul zurück zu seinem Baum, hinauf in die Krone und hin zu seinen kleinen Geschwistern. Paxi war es, der den Warnpfiff von sich gegeben hatte. Es war keinen Moment zu früh, denn in diesem Augenblick sahen sie, wie sich durch die Hecke eine schwarze, spitze Schnauze schob. Dahinter kamen gleich ein paar schräg stehende, bernsteinfarbene Augen, die voller Gier und Tücke leuchteten. Langsam kroch der Fuchs aus seinem Versteck- sein roter Pelz dicht und glänzend, seine weiße Brust warnend und seine schwarzen Pfoten stark und sicher auf den Wiesenrand setzend. Er sah sich um und roch am Boden.

Langsam schlich er durch das Gras und steckte seine Schnauze in jede kleine Spalte und jedes dichte Gestrüpp, was ihm begegnete. Paxi wurde immer aufgeregter: Der Fuchs schlich geradewegs auf den Bau von Nils und seiner Schwester Lola zu!

Paxi wusste, dass sich die beiden in ihrem Kobel hoch im Haselstrauch versteckt hielten, aber bestimmt konnte der Schleicher die beiden riechen! Konnten Füchse springen? Konnten sie klettern? Fraßen sie überhaupt Haselmäuse? All diese Fragen schossen ihm durch den Kopf, als er beobachtete, wie dieses Exemplar seinen Freunden immer näher kam.

Und tatsächlich, in diesem Augenblick schnüffelte er an der Erdspalte, in der die beiden kleinen Haselmäuse ihren Winter verbracht hatten. Paxis Herz raste. Wenn er den Räuber doch nur irgendwie verscheuchen konnte!

Dieser allerdings hockte sich nun vor das Loch und wartete. Er wartete lange, sehr lange. Den Eichhörnchen fiel nichts ein, wie sie die Bedrohung abwenden konnten. Sie merkten nur, dass der Fuchs nicht wusste, dass die beiden kleinen Strauchbewohner gar nicht in der Spalte waren. Sie saßen sicher und ganz still in ihrem kleinen Kobel hoch oben über dem Fuchs.

Auf einmal tat der Räuber etwas ganz unerwartetes: Aus seinem Sitz heraus sprang er senkrecht in die Höhe, und als er wieder auf der Erde aufkam, zappelte zwischen seinen scharfen Krallen eine braune Maus. Sie war in diesem Augenblick aus dem Gebüsch auf die Wiese gelaufen und hatte den still sitzenden und lauernden Jäger nicht bemerkt. Mit einem schnellen Griff seiner Fangzähne schnappte er sich sein Opfer und rannte von dannen.

Paxi und Pia zitterten vor Schreck. Paul war ganz starr vor Angst. Aber nach ein paar Atemzügen kamen sie wieder zu sich.

So macht er es also, dieser alte Räuber. Er setzt sich hin und lauert. Und zwar so lange, bis ein kleines Tier vorbei läuft und ihn nicht bemerkt. Habt ihr gesehen, wie er in die Luft gesprungen ist? Wahnsinn, so ein Fuchs hat offenbar ganz schön viel Kraft. Die arme kleine Maus… sie tut mir wirklich leid,“ sagte Paul niedergeschlagen, „aber wir haben etwas ganz entscheidendes gelernt: Wenn wir gut acht geben und immer schön auf unserem Baum bleiben, dann droht uns von einem Fuchs keine große Gefahr. Habt ihr bemerkt, dass er gar nicht geahnt hat, dass Nils und Lola oben im Busch saßen? Er hätte sie nie und nimmer dort gefunden, hat immer nur nach unten geschaut. Aber sie saßen oben. So ein Glück!“

Pia schaute zu ihrem großen Bruder hinauf und fragte: „Was meinst du, wird der Fuchs noch einmal zurückkommen?“

Paul antwortete: „Das kann man nie wissen, wir müssen wachsam sein und auf uns acht geben. Ich denke, dass wir ihn das nächste Mal sicher auch wieder riechen werden, wenn er in unsere Nähe kommt und Paxi hat ihn auch sehr zeitig sehen können und mich durch seinen Pfiff gewarnt. Das hast du wirklich toll gemacht, kleiner Bruder.“

Sie drückten sich ganz fest und kletterten zurück in ihren Kobel, um die frischen Fichtensamen zu knabbern, die Paul gesammelt hatte.

Danach wurden sie sehr müde, denn die Gefahr im Auge zu behalten, war sehr anstrengend gewesen. Paul berichtete, wie er einst einen Marder beobachten konnte, der in ihrem Baum ein Nest von Vogeleiern ausgeraubt hatte.

Doch Paxi und die kleine Pia hörten gar nicht mehr richtig hin. Sie hatten sich aneinander gekuschelt und die Augen geschlossen. Paul hatte die warme Schmusedecke über sie gelegt. Du weißt schon, die grüne mit den gelben Punkten. Die grüne, die nach Schlaf duftete und so weich war, dass man unter ihr den schönsten Eichhörnchenschlaf schlafen konnte.

 

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