RSS

Paxi und die Ostereier

Guten Tag, dich habe ich ja schon lange nicht mehr gesehen! Ich habe eine neue Paxi- Geschichte für dich, möchtest du sie hören? Heute begleiten wir die Eichhörnchen bei einem Versteckspiel und erkunden mit ihnen die Wiese hinter dem Haus mit den vielen Fenstern. Dort wird österlich geschmückt und das ist für die kleinen Freunde sehr spannend. Pass auf, es geht los.

Mäuschen, Mäuschen, ‘piep’ einmal!“ rief Paxi. Ein leises „Piep!“ antwortete ihm. Blitzschnell drehte er sich um und flitzte über den ältesten Ast des großen, kräftigen Baumes, der mitten auf der Wiese hinter dem Haus mit den vielen Fenstern steht. Der Eichhörnchenjunge spielte Verstecken mit seiner Schwester Pia, deren orange leuchtendes Fell schnell zu finden war, seinem Bruder Paul, der sich so geschickt verkriechen konnte, dass er ihn selten schnell genug finden konnte, und mit Nils, der kleinen Haselmaus aus dem Haselstrauch gegenüber.

Nils kam jeden Tag zu ihnen, um mit den drei Eichhörnchen zu spielen, zu essen und Spaß zu haben. Auch Pia und Paul hatten ihn lieb gewonnen. Wenn er sie mit seinen riesigen, schwarzen Augen ansah und dabei die Pfoten vor der weißen Brust zusammenlegte, konnte keiner ihm einen Wunsch abschlagen.

Bis zum Mittag schlief der neue Mitbewohner der Wiese, denn er war nachtaktiv und brauchte seine Ruhe, um sich von der Nahrungssuche im Dunklen zu erholen. Der Nachmittag und frühe Abend jedoch war die Zeit, die er mit seinen neuen Freunden verbrachte. Am liebsten spielten sie Fangen oder Verstecken, so wie heute.

Eine Haselmaus in einem so großen Laubbaum zu finden, war fast unmöglich. Paxi hatte jedoch sehr gute Ohren und hörte oftmals, wenn die kleinen Krallen sich in Zweige klammerten und das kleine Hörnchen sich behände wie ein Äffchen durch die frischen Triebe hangelte.

Dann flitze Paxi los und erwischte das Fellknäuel, bevor es in einer Astgabel oder unter einem frischen Blatt in Deckung gehen konnte.

Pia und Paul hatten da noch ihre Schwierigkeiten. Zu oft übersahen sie das kleine Tier und es konnte sich in aller Stille zum Startpunkt schleichen und somit das Spiel gewinnen.

Sie spielten nun schon die fünfte Runde, in der Nils ungeschlagen war. Doch nun war Paxi zur Stelle und tippte seinen Freund an den Schwanz.

Hehe, gefunden!“ kicherte er und Nils sprang auf seinen Rücken. Leichtfüßig liefen sie zum großen Kobel und knabberten dort an einem Samenkorn, was dort bereit lag.

Ich suche jetzt noch Paul und Pia. Bleib du hier und stelle keinen Unsinn an, Nils.“ sagte Paxi und rannte auf dem schnellsten Wege zum höchsten Ast, der fast bis in den Himmel ragte. Überall war frisches Grün zu sehen. Saftige Triebe und glänzende Knospen waren ein herrlicher Anblick und ein betörender Duft für das kleine Eichhörnchen. Doch er ließ sich nicht ablenken. Er hörte Stimmen.

Na, so macht Verstecken spielen aber keinen Spaß, wenn ihr euch gar nicht verkrochen habt.“ Enttäuscht lief Paxi auf seine Geschwister zu. Die saßen in der höchsten Astgabel und wedelten aufgeregt mit ihren Armen.

„Sieh nur, Paxi, sieh nur, was dort unten passiert!“ Pia war ganz aus dem Häuschen.

Tatsächlich, auf der Wiese gingen seltsame Dinge vor sich. Da hüpfte ein Häschen entlang, langsam, suchend. Ein Häschen mit braunem Fell, langen Ohren und einem buschigen, runden, hell weißem Puschelschwanz. Es hatte schwarze Augen und blickte sich suchend um. Und wenn das nicht reichte, um merkwürdig zu sein, dann war es die Tatsache, dass dieses Häschen einen Korb auf dem Rücken trug!

Einen hellbraunen Weidenkorb, in dem eine rot/weiß karierte Decke lag. Und in dieser Decke kuschelten sich Eier aneinander! Große, kleine, ovale, runde, gescheckte, gefleckte, gestreifte und welche mit Punkten.

Das Häschen hoppelte zum Fuße des großen Baumes und legte drei gestreifte und zwei der gefleckten Eier in die Biegungen der Wurzel, die sich wie eine Schlange über den Boden windet. Ein besonders großes, hellgelbes mit rosa Herzen, legte es direkt an dessen Stamm, dann hüpfte es weiter und verteilte sieben gelbe und ein blaues Ei in den Haselsträuchern gegenüber des Baumes.

In dem Blumenbeet am Haus mit den vielen Fenstern, wo gelbe Stiefmütterchen, lila Krokusse und weiße Schneeglöckchen blühten, verteilte es acht kleine, goldene Eier mit roten Schleifen und eine Hasenfigur ganz aus Schokolade. Dann wippte es mit seinem Puschelschwanz auf und ab und mit drei großen Sätzen war es wieder verschwunden.

Die drei Eichhörnchen im Baum starrten sich an.

Wer war das denn?“ flüsterte Pia. „Ich weiß es nicht“, sagte Paul. „Ich auch nicht“, antwortete Paxi. Stumm und voller Erstaunen kletterten sie den Baum hinab und berieten sich, was nun zu tun sei.

Ich muss mir das genauer ansehen“, stellten Nils und Paxi wie aus einem Munde fest. Und auch die anderen beiden konnten ihrer Neugier nicht widerstehen. Kopfüber huschten sie den Baum hinab und stellten sich vor das große, hellgelbe Ei mit den rosafarbenen Herzen darauf.

Die Tiere beschnüffelten dieses sonderbare Geschenk. Es roch merkwürdig.

Ich bin dafür, es nicht anzufassen und auf gar keinen Fall hineinzubeissen. Es riecht überhaupt nicht essbar.“ Pauls Meinung war allen anderen sehr wichtig. Er war der Älteste und hatte die meiste Erfahrung in der Beschaffung von Futter und er kannte auch viele Gefahren, die von köstlich aussehenden Leckereien ausgehen konnten. Und wenn ein Hase mit Korb auf dem Rücken auf der Wiese seltsame bunte Eier ablegte, konnte das für ein Eichhörnchen nichts Gutes bedeuten.

Die vier Freunde liefen zu den anderen Verstecken und schließlich auch in die Haselbüsche. Hier lagen viele dieser bunten Tupfen herum und Nils war ganz außer sich.

Was ist, wenn diese Dinger gefährlich für mich sind? Kann ich hier überhaupt noch wohnen?“

Solange du sie nicht anfasst, passiert dir bestimmt nichts“, erwiderte Paul.

Plötzlich fing das einzige blaue Ei, welches wunderschön seidig glänzte, zu wackeln an. Die vier Freunde hielten sich ganz fest und starrten es an. Das Ei zuckte erst sachte, dann ruckte es hin und wieder her, und schließlich fiel es um und rollte auf die Hörnchen zu.

Diese quiekten vor Angst und sprangen hoch in den Busch. Zitternd versteckten sie sich und kniffen ihre Augen zusammen. Solch einer Gefahr hatten sie sich schon lange nicht mehr ausgesetzt gefühlt.

Ha-hallo?“ piepste eine zarte Stimme. Dann gähnte sie herzlich. „Hallo? Nils? Wo bist du und was hast du mir hier vor den Höhleneingang gelegt?“ Stille. Absolute Stille herrschte im Strauch.

NILS! Bruder! Komm zu mir, was soll das? Wo steckst du? Ich habe Hunger, ich will nicht alleine sein und überhaupt!“ Je wütender das Stimmchen wurde, umso lauter wurde es auch. Neben Paxi schüttelte Nils verzweifelt den Kopf.

Das klingt wie Lola, meine Schwester. Aber, wie kommt sie denn nur in dieses Ei hinein?“

Paxi lachte. „Sie war nicht in dem Ei drinnen. Das blaue Ungetüm lag wahrscheinlich auf ihrem Höhlenausgang vom Winterschlaf, und sie hat es von innen zur Seite gedrückt. Deswegen ist es weg gerollt.“

Im Nu war Nils zu seiner Schwester gesprungen. Glücklich nahm er sie in den Arm und kuschelte sich fest an sie.

Paxi, Pia und Paul stellten sich vor und brachten den beiden eine große Portion Knospen, Zweige und Blüten. Dann verabredeten sie sich für den nächsten Tag und sprangen nach Hause.

Im Kobel diskutierten die drei noch lange, was das wohl für ein Häschen gewesen sein mochte. Paul erzählte ihnen alles, was er von Hasen und Kaninchen wusste, aber ein Weidenkorb kam in keiner der Geschichten vor.

Doch Paxi und die kleine Pia hörten gar nicht mehr richtig hin. Sie hatten sich aneinander gekuschelt und die Augen geschlossen. Paul hatte die warme Schmusedecke über sie gelegt. Du weißt schon, die grüne mit den gelben Punkten. Die grüne, die nach Schlaf duftete und so weich war, dass man unter ihr den schönsten Eichhörnchenschlaf schlafen konnte.

 

Eine Antwort zu Paxi und die Ostereier

  1. Mutti

    30. März 2010 at 20:42

    Wieder eine schöne Geschichte, und ganz zur Jahreszeit passend.Da lauschen die Kinder sicher.Bestimmt gibt es noch eine Fortsetzung.Ostereier finden usw.Ich bin gespannt.Gruß Mutti

     

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

 
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 352 other followers