Halli Hallo.
Was waren das für letzte Tage. Man könnte meinen, sie dauern 30 statt 24h.
Mit einem kranken Kind daheim versuchen zu lernen ist ein Unding, das habe ich gemerkt. Nun war aber mein Donnerstag genauso verlaufen. Ich habe ja extra auf die Teilnahme an der Informatik Übung und Vorlesung verzichtet, damit ich Anna am Freitag in den Kiga bringen kann, um mein Kolloquium ablegen zu können.
Es war sinnlos, zu versuchen zu lernen. Lediglich den Mittagsschlaf konnte ich nutzen, aber der war an diesem Tag just nach schon einer Stunde vorbei.
Die Abendstunden waren auch schon verplant. Immerhin war ein neues Treffen der interessierten Eltern der neuen Gemeinschaftsschule Jena Lobeda angesetzt und ich wollte unbedingt hin um zu schauen, wie das Schuljahr angelaufen war und den Füllstand der Anmeldungen abzufragen.
Gut, dass ich da war, ich habe viele interessante Details aus dem Schulalltag erfahren, ein Projektheft angeschaut und eine ganze Menge Fragen beantwortet bekommen. Und eine wichtige Erkenntnis gewonnen: Die neue Stammgruppe ist hinsichtlich Ersties schon voll!
Nun galt es, schnellstmöglich meinen Aufnahmeantrag abzugeben und eine Begründung zu formulieren, die Erfolg versprechen sollte. Und in einer Jenaplan Schule kann man vor allem mit einem punkten: Engagement.
Doch erstmal musste ich das Kolloquium bestehen.
Donnerstag nacht paukte ich dann bis Mitternacht, stand um 3 Uhr morgens wieder auf und holte alles das nach, was ich am Tage nicht geschafft hatte. Gut vorbereitet konnte ich mich dann ab um 6 wie gewohnt um Frühstück, Haushalt und Kindergarten kümmern. Dank eines Chauffierdienstes war ich überpünktlich in der Stadt. Zum Glück, denn ich lief zunächst ins falsche Gebäude.
Im zweiten Anlauf fand ich den Konferenzraum auch und mit einer Viertelstunde Verspätung startete die Fragestunde.
Wäre ich nicht so fürchterlich nervös und von Selbstzweifeln gebeutelt gewesen, hätte ich richtig gut abschneiden können. So hat es “nur” zu einer 2,3 gereicht- Aber auch darauf bin ich mächtig stolz. Zumal die Prüferin meinte, ich hätte gute Ansätze, aber teilweise leider Wissenslücken (Anm. d. Red: Die waren der Aufregung geschuldet).
Uff. Nach diesem anstrengenden Vormittag warf ich mich mit der Hälfte meines Chemie-Lernzirkels an die Seminaraufgaben für Montag und anschließend mit der anderen Hälfte eben des Zirkels in die freitägliche Experimentalvorlesung, in der es wieder wunderbar knallte, stank und blubberte. Highlight waren der ergraute Professor, der ergraute Assistent und ein Student, die sich mit Heliumstimme einer Diskussion stellten. Die Chemiker (zumindest die praktischen) sind wirklich kleine Kinder. Voller Begeisterung stellten sie dann noch ihr Brennstoffzellenauto vor und erfreuten sich an den kleinen Kreisen, die es fuhr. Der Professor legte immer wieder Kreidestückchen in dessen Weg und erfreute sich köstlich daran.
Raus aus der Vorlesung, auf den Wochenmarkt. Schnell in die Bahn nach Hause, das frische Obst und Gemüse in die Küche gestellt. Kaffee gemacht und in den To-go Becher gefüllt. Immerhin war ich seit 3 Uhr auf.
Schlag 15 Uhr war ich im Kindergarten und 15:30 in der Jenaplanschule, die noch immer “nur” ein paar Zimmer in den Räumlichkeiten der Kastanienschule hat. Zum Glück waren noch Eltern da (die beiden vom abend davor auch), so dass ich mir trotz schon beendeten “Elterncafe’s” die Zimmer ansehen durfte. Meinen Antrag füllte ich aus, dann bekam ich sogar noch die Möglichkeit, den Pädagogen Löcher in den Bauch zu fragen. Das war wirklich aufschlussreich und bestätigte mich in der Begeisterung für diese Schule / das Konzept.
Nächsten Samstag (13.11.2010) wird es einen”Tag der offenen Tür” geben, wo ich auf jeden Fall hingehen möchte, denn da werden die interessierten Eltern einen Einblick in die Unterrichtsmaterialien bekommen können, mit allen Beteiligten sprechen können und überhaupt einmal so richtig auf Tuchfühlung gehen können. Ich freue mich schon drauf.
Der Freitag abend endete, wie zu erwarten, in einer absoluten Erschöpfung. Aber auch in einem Gefühld es Stolzes, so richtig was erreicht zu haben. Nun kann ich nur hoffen, dass mein Hannes auch angenommen wird…
Eure Ankelilli.
