Liebe Leser,
Die arsEdition veröffentlichte im Februar 2011 zwei neue Bücher des erfolgreichen „Holunderbären“ Autors Walko. Zum Einen handelt es sich hierbei um dieses:

und zum anderen um jenes:

Beide Bücher sind für Erstleser konzipiert, also eine sehr anspruchsvolle Zielgruppe. Gerade noch im Kindergarten, gerade in der Schule, voller neuer Eindrücke und dem großen Ziel, selbstständig zu werden. Dazu gehört eben auch das Lesen. Wer sich in diesem Alter nicht für Bücher begeistern kann, wird sich später wohl schwertun. Das selbstständige Erlesen von Handlung schult Konzentration, Durchhaltevermögen und Intelligenz. Selbstverständlich schult es auch die Lesekompetenz, aber die ist ja letztendlich oft nur ein zusammenführender Faktor dieser und noch weiterer Einzelkomponenten.
Wie begeistert man also diese nicht mehr kleinen und doch noch nicht großen Kinder? Nun, mit liebenswürdigen Charakteren, die cooler sind als die Gestalten der Bilderbücher aus den Jahren zuvor. Und mit Handlungen, die anregend sind für Wirbelwinde, Bastler, Komiker oder kleine Professoren. Dieser Spagat soll dann auch noch gut vorzulesen sein, wenn die Kenntnis der Buchstaben noch nicht ausgereift ist. Somit sitzen die (Groß-)Eltern auch noch mit im Boot.
Wenn man nun all diese weiten Umschweifungen zusammennimmt, ist es ein ganz schöner Akt, ein Buch herauszubringen, was all dem Genüge tut.
Walko ist dies ziemlich gut gelungen in unseren Augen.
Handlungsführer sind Mäuse, Familie Pappenheimer ins Besondere, die in Pappenburg wohnen. Pappenburg ist eine Stadt aus Wellpappe. Alles hier ist daraus gefertigt, sogar Autos und Möbel. Wenn man nun an langweilige, graubraune Fetzen denkt, liegt man in Bezug auf Pappenburg falsch. Walko hat es geschafft, eine zauberhafte Atmosphäre zu zeichnen, die detailverliebt, farbenfroh und ungewöhnlich ist.
Die Geschichten sind kurz, im Schnitt 6 Seiten lang. Jede hat eine kurze, dick gedruckte Überschrift bekommen, die aussagekräftig einleitend ist. Die Schrift ist groß, sehr leserlich. Durch die kurzen, nicht geschachtelten Sätze auch für Erstleser. Die Illustrationen umrahmen den Seiteninhalt, geben somit Hinweise, wenn hin und wieder Wörter zu Stolpersteinen werden.
Unsere beiden Erstleser Hannes und Florian haben viel Freude an den Geschichten der Pappenheimer, Pappmosers, dem König und seinem Reiseschloss, dem großen Rennen, der Mondreise und der Zeitmaschine. Der größte Käsekuchen der Welt sieht nicht nur lecker aus, er ist es bestimmt auch. Man erfährt, dass der Mond vielleicht doch nicht aus Käse ist und begleitet Bert auf seinem Weg zum Rockstar.
Alle Geschichten sind in sich abgeschlossen, also auch nicht – chronologisch lesbar. Die Hauptpersonen und Orte wiederholen sich.
Mein Fazit: Unbedingt lesen. Es sind unterhaltsame Abenteuer, gut zum selber-erlesen, aber auch lustig als Vorlesegeschichte. Was sich als Vorteil für Erstleser herausstellt, ist allerdings ein Nachteil für Vorleser: Die Kürze und Abgeschlossenheit der Episoden lässt einen weiteren, dicken, roten Faden durch das gesamte Buch vermissen. Der Charme der Charaktere und Pappenburgs ist dadurch aber nicht beeinträchtigt.
Der Preis je Buch liegt bei 7,95€.
Für Schulklassen oder andere Gemeinschaften habe ich noch einen Tipp: Bastelt aus Pappe euer eigenes Pappenburg! Wenn ihr das toll macht und reichlich Fotos dabei schießt, könnt ihr eurer Ergebnis hier bei diesem Gewinnspiel einreichen! Dem Gewinner winkt ein Buchpaket! Leider sind unsere Kinder noch zu klein für diese Aktion.
Ich danke der arsEdition für das Zur-Verfügung-Stellen dieser Rezensionsexemplare und möchte an dieser Stelle, da das Thema hier ja immer noch aktuell ist, erwähnen, dass es KEINERLEI Absprachen hinsichtlich meiner Wertung der Bücher gab. Wir finden sie tatsächlich toll.
