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Schlagwort-Archive: Hannes

Halbjahresabschluss an der Kaleidoskopschule Jena- mit Zeugnisgespräch.

Liebe Leserschaft,

es gibt mal wieder etwas zu berichten :)

Es ist Winter. Kalter Winter. Mir zu kalt. Aber so geht es vielen, deswegen möchte ich mich nicht darauf konzentrieren.

Mir geht es heute darum, ein bisschen zu erzählen, wie das erste halbe Jahr an der neuen Jenaplanschule zu Ende gegangen ist.

Wie im Jenaplan üblich, werden auch an unserer Schule Bewertungen nicht über Ziffernnoten, sondern über verbale Einschätzungen vergeben. Ja, für jedes Kind. Und ja, die machen sich die Mühe (solch ein Gespräch gab es heute auf Arbeit ^^). Und wir alle finden das gut.

So ein Zeugnisgespräch dauert etwa eine halbe Stunde und wird geführt von Lehrer(in) und Schüler(in). Natürlich sind die Eltern auch dabei, aber erst im späteren Gesprächsverlauf persönlich eingebunden.

Los ging es damit, dass Hannes und seine Lehrerin darüber sprachen, was ein Zeugnis ist und warum dieses Gespräch geführt wird.

Jenaplanschule ZeugnisDas Zeugnis selbst ist ein ganzer Hefter, in grün. Mit Deckblatt. Dieses zeigt ein Bild , welches Hannes von seinem Lieblingsort der Schule im Kunstunterricht gemalt hat. (Es ist die Kletterspinne im Schulhof). Das war der Aufhänger für ein paar Fragen an Hannes, wie er denn das Schulleben so empfindet, was gut ist und was nicht so toll.

Nun wurde es “ernst”, das Zeugnis wurde vorgelesen. Ja, vorgelesen. Es wurde nämlich in Briefform direkt an Hannes gerichtet. Es beinhaltete seine Entwicklung, das Einleben in die Klasse, seine Arbeitsweise, der Umgang mit Projekten, sein Wissen in Deutsch und Mathe.

Natürlich gab es die üblichen Versäumnisse, Unterschriften und Stempel. Ist ja ein Zeugnis :)

Nach dieser verbalen Einschätzung ging  es weiter mit je einem Blatt für die weiteren unterrichteten Fächer wie Sport, Kunst, Werken, Ethik und Musik.

Bewertungsbogen des Faches WerkenJedes einzelne wurde in einer tabellarischen Übersicht präsentiert, die die Unterrichtsinhalte darlegt und Facetten der Mitarbeit, des Verständnisses und Umsetzens von Aufgabenstellungen und der eigenen Lerneinschätzung.

Darunter fanden wir noch einen oder zwei Sätze, die besondere Auffälligkeiten (gute und/oder schlechte) darlegten.

Als Abschluss des Hefters war ein Blatt mit Fotos aller Kinder der Stammgruppe eingelegt.

Schön. Wunderbar. Mein persönliches Highlight war, wie stark der Fokus auf Selbsständigkeit und Selbsteinschätzung gelegt ist. Der Junge ist gerade mal ein halbes Jahr in der Schule und weiß trotz vieler Kaspereien und Neuerungen genau, was er wie kann. Dieses wird in der Jenaplanpädagogik im Allgemeinen gefördert, so dass die Zeugnisgespräche in den Oberstufen letztlich aus umgedrehter Perspektive stattfinden. Die Schüler reflektieren und bewerten sich, die Lehrer bestätigen und lenken.

Das Beste kommt zuletzt: Mitspracherecht. Wie genial ist es denn, dass ein Erstklässler sein Zeugnis mit der Frage ausgehändigt bekommt, ob er mit der besprochenen Einschätzung einverstanden ist?

Zufriedene Grüße,

Eure Ankelilli.

 
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Geschrieben von - 2. Februar 2012 in Schule

 

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Staubsaniert. Mit Schulneuigkeiten!

Liebe Leser *puuust*,

nun habe ich mich doch endlich mal aufgerafft, diesen wunderbaren Blog aus der Versenkung zu holen. Ein frischer Einband, neue Ideen, und Inhalt, auf den viele meiner Leser neugierig sind:

Wie läuft es denn nun in der frisch ausgegründeten Jenaplanschule?

Nun, es läuft großartig. Hannes hat sich gut in die Stammgruppe integriert, hat die Raufbolde schon alle gefunden und seine Position als erstes  Schulkind der Familie ordentlich verteidigt. Nun wackeln die Zähne der Jungs um die Wette. Floris Schulreife äußert sich auch im Gebiss schon. Im Kindergarten ist dieser nun gänzlich unterfordert, doch tut ihm die Rolle als “der Große” dort sehr gut. Selten sahen wir ihn so kindlich, ausgelassen, selbstbewusst. Offenbar war es wieder mal richtig, dem Instinkt zu folgen.

Förderung bekommt er nun zu Hause. Hannes wendet gelerntes an, Florian schaut es sich ab. Da werden Einkaufslisten und Zettelbotschaften geschrieben, Bilder gemalt und Rechenaufgaben gelöst. Letztere durch Spiele wie Numino oder Trio Domino"".

Aber auch wir Eltern können nicht meckern. Bis jetzt gab es in diesem Schuljahr:

1 Stammgruppenelternabend

1 themenbezogenen Elternabend zum Thema “Bewertungskultur an der Jenaplanschule”

1 Nachmittagstreffen zum Thema “Lesen lernen durch Schreiben”

2 Elterncafés

grob 10 Eltern AGs, in denen (je nach Kompetenz) an der Schule mitgearbeitet werden kann/soll

und ein Kennenlernwochenende mit Tagungsprogramm. Meinen Bericht dazu findet ihr auf der Schulwebseite, die jetzt (hoffentlich bald) ein neues Layout bekommt und deutlich mehr aktuellen Inhalt. Das könnt ihr gern lesen und euch mitfreuen, wie genial doch das ganze Konzept und die Umsetzung dazu sind.

So, das wars aus schulischer Sicht.

Grüße in den Abend,

Eure Ankelilli.

 
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Geschrieben von - 16. November 2011 in Schule

 

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Dinge, auf die ich verzichten kann: Die Sechsjahreskrise

Liebe Leserschaft, wachsend und immer interessiert,

Ich sag nur: Es ist ein Kampf. Ja, im wörtlichen wie übertragenen Sinn. Was, fragt ihr euch?

Na, irgendwer hat meinen großen Sohn weggenommen und einen Klon da gelassen, der so gar nichts mit dem Kind zu tun hat, was wir bis dato nach bestem Wissen und Gewissen erzogen haben.

Seit gut 2 Wochen gibt es fast nur noch:
Momente, in denen er sich heulend hinwirft, wegen….Was war nochmal los? Muss ich verpasst haben.
Momente, in denen Türen geschmissen werden… Zum Glück habe ich die Glastür schon vor einer Weile selbst zerstört.
Momente, in denen er um 18 Uhr weinend vor Müdigkeit im Bett liegt.
Momente, in denen er bis fast 23 Uhr wach liegt und nicht einschlafen kann.
Momente, in denen er 3 Erwachsenenportionen Essen verschlingt.
Momente, in denen er keine Bananen und sonntags keinen Blumenkohl mehr möchte.
Momente, in denen er nichts mehr braucht als ein Lob.
Momente, an denen er und ich fast zerbrechen.

Doofe Sechsjahreskrise, hätte der Kelch nicht an uns vorbeigehen können? Kleine Pubertät. Wie auch immer.

Aber ein mögliches Heilmittel scheint gefunden zu sein: Endlose Geduld und Ruhe. In den Arm nehmen und Singen.

Und danach wieder kämpfen. Nach klaren Regeln:

Immer nur 2 Kämpfende. Ohne absichtliches Verletzen wollen. Das Ziel: Auf dem Boden liegen. Fast wie beim Ringen. Wenn er zornig wird, gibt es einen fairen Kampf, danach ist alles verflogen und wir können wieder lachen. Bis fünf Minuten später das nächste weltzerstörende Problem aufgetaucht ist. Und der Kreislauf beginnt von vorn.

Durchatmen. Weitermachen.
Eure Ankelilli.

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Geschrieben von - 25. Mai 2011 in Alltag, Schule

 

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Adleralarm!

Liebe Leser,

gestern schlenderten mein lieber Mann und ich durch Müller, als mir in den Kopf kam, doch mal nach Ranzen zu schauen. Welches Modell es sein sollte, war schon seit einer Weile klar (Ein Sammies Premium), und das Design hatte Hannes sich auch schon längst auserwählt. Das Modell “Eagle” bsticht durch….. tja…. Schlichtheit? Nun, ich gebe zu, nach dem Produktheft war es NICHT unter meinen Favoriten. Aber nicht ich soll den Ranzen tragen, sondern Hannes. Und wenn er sich nunmal auf Greifvögel stürzt, dann soll es so sein.
Da wir nun exakte Vorstellungen hatten, war es umso überraschender, dass GENAU DIESES Modell im Regal stand. GENAU NEBEN dem Design, was Florian für sich auserwählt hat (Wenigstens er will den Dinosaurier).

Und siehe da, in “echt” sieht der gar nicht so fad aus :D
Im Gegenteil. Leider leider sind diese Ranzen ganz schön teuer, mit ca. 174,- für das Fünferset schlagen sie zu Buche.
Doch…. WARUM AUCH IMMER stand am “Eagle” ein reduzierter Preis von 80,- für das ganze Paket dran. Wir haben gesucht, ob was dran ist, aber nein! Tja, dann haben wir ihn eben mitgenommen. Es war der einzige seiner Art. War zwar nicht eingeplant, dafür zu günstig, um es sein zu lassen.
Hannes ist ausgerastet, als ich es ihm erzählte. Als mein Mann am Abend kam, war kein “Hallo” zu hören, sondern nur ein “MEEEIIIINNN RAAAAAANNNNZZZEEEENNNN!!!!” und für die nächsten Stunden (ja, Stunden) gab es nur ihn und seinen Ranzen. Als er heute früh aufstand, kamm er mir schon mit ihm auf dem Rücken entgegen zum “Guten Morgen” sagen :)

So solls doch sein, oder?
Der Junge wird groß!

Eure Ankelilli.

 
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Geschrieben von - 20. Mai 2011 in Alltag, Schule

 

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Die gehen über Leichen.

Folgende Situation: Florian möchte ein Kuscheltier seines Bruders haben.

Florian: “Darf ich deinen Chipper haben?”

Hannes: “Nein.”

Florian: “Erst wenn du tot bist?”

Hannes: “Nein.”

Florian: “Erst wenn Anna tot ist?”

Hannes: “Nein.”

Florian: “Erst wenn Mama und Papa tot sind?”

Hannes: “Nein.”

Florian: “Erst wenn alle Menschen auf der ganzen Welt tot sind und nur noch ich übrig bin?”

Hannes: Nein.”

Florian: “Och Manno. Das ist sowas von UNFAIR!”

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Geschrieben von - 1. April 2011 in Alltag

 

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Zahlensysteme?

Liebe Leser,

Der erste Geburtstagsmarathon des Februars neigt sich dem Ende. Es gab viele tolle Geschenke, aber wie es immer so ist, das kleinste, was irgendwo dabei war, begeistert am meisten.

So geschehen mit einem Pack magnetischer Ziffern in drei Farben von o bis 9, die in einer transportablen Koffertafel dabeiwaren. Diese pinnen nun am Kühlschrank und dienen mal als Ziffernblatt einer leicht gekürzten Uhr, mal werden sie aufsteigend, mal absteigend, mal farblich sortiert. Manchmal wird auch gerechnet. Die meiste Zeit wird aber diskutiert. Ob die Eins eine Eins ist oder ein “Minus”. Ob die Sieben nicht eine Eins ist. Dass bei einer Eins der Anstrich schräg sein muss und der Sieben der Querstrich fehlt.

All sowas eben.

Vorhin jedoch, als wir auf dem Heimweg aus dem Kindergarten waren, erreichte die Diskussion ein neues Niveau. Worum es genau ging, weiss ich nicht, weil ich mit Anna in eine Erzählung verstrickt war, so dass ich zu Beginn nur mit einem halben Ohr bei den Jungs sein konnte:

Hannes: “und dann können wir das mit den Zahlenmagneten machen.”

Florian:”Nein, das können wir gar nicht, da ist ja nur eine römische Eins dabei und keine deutsche!”

ich. “Bitte wie? Was für eine römische Eins?”

Florian: “Naaaaa. Weeeeiiiil-e. Da ist doch nur eine römische Eins dabei. Nur ein Strich. So sieht eine deutsche Eins nicht aus!”

ich: “Und wo bitte kennst du römische Zahlen her?”

Hannes: “Na, das war die Frau B. in der Musikschule. So haben wir doch den Notenschlüssel malen gelernt mit eins-zwei-drei. Und das waren römische Zahlen.”

Florian: “Hehe, die haben ja nur Striche, so ein Quatsch!”

Und rannte von dannen. Und ließen mir keinen Raum für weitergehende Erklärungen. Nun, ich habe mir eine Gedankennotiz gemacht.

Eure Ankelilli.

 
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Geschrieben von - 14. Februar 2011 in Alltag

 

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Auf ornithologischer Expedition mit Kindern an der Saale in Jena

Liebe Leser,

Letztens war ich mir sicher, aus der Bahn heraus an der Saale einen Eisvogel gesehen zu haben. Ja wirklich! Ohne Mist! Nicht lachen! Ich wurde aber von vielen Seiten deswegen nicht ernst genommen. Törichtes Volk! Heute sollte bewiesen werden, dass ich mich nicht geirrt habe, denn selbst der Nabu berichtet von vereinzelten Beobachtungen an der Saale und ihren Nebenarmen.

Das tolle frühlingshafte Wetter an diesem Januarsamstag haben wir genutzt, um auf eine naturwissenschaftliche Expedition zu gehen. Bewaffnet mit Feldbuch, Kugelschreiber, Fernglas, Bestimmungsbuch und Kamera machten wir uns auf den Weg zur Saale, um Vögel zu finden.

Voller Motivation zogen wir los. Florian stellte erleichtert fest: “Zum Glück sind wir keine Jäger.”

Gleich nach den ersten Metern hörten wir das Rufen eines Vogels. Keiner wusste es einzuordnen und im Hinterkopf wurde notiert, das Wissen über Vogelgeräusche dringend aufzubessern. Schnell begegnete uns ein großes, ebenso rufendes Tier weit oben in den Baumwipfeln. Fernglasalarm! Fotoalarm! Bestimmungsbuch raus! Tada, ein Buntspecht konnte identifiziert werden. Ein guter Start, würde ich sagen!

Die noch vereisten Wege verwandelten den Spaziergang leider schnell in eine Rutschpartie. Kindergeheule ist ja bekanntlich kein wirksames Mittel um Tier anzulocken oder zu beobachten, deshalb musste das Hochwasser der Roda und Saale dazu herhalten, die Kinder abzulenken. Da schwamm aber auch wirklich viel Treibgut drin: ganze Bäume, Müll, Schuhe… Auch stellte Hannes schnell fest, dass das Wasser schneller floss als gewöhnlich, und dass die Bäume am Ufer teilweise abgebrochen waren.

Nach entdeckten Kohlmeisen und erfundenen Feldlerchen machten wir auf der Fußgängerbrücke über die Saale beim Gewerbegebiet Göschwitz eine spannende Entdeckung: Hoch oben auf einem Baum am Saaleufer thronte ein riesiger, schwarzer Vogel. WOW. Meine erste Vermutung war “Kormoran!” Allerdings war ich mir sehr unsicher, ob die im Winter überhaupt zu beobachten sind. Sind sie aber. Es war auch einer. Die sind ganz schön groß! Mit dem Fernglas konnten wir die weissen Wangenflecken sehen, die unsere Bestimmung dann festlegten. Toll. Kormorane sieht man ja nun nicht alle Tage. :-)

Gleich ein paar Schritte weiter jagten sich Elstern durch die Bäume. Florian war ganz verwundert über ihren Ruf.

Als wir weiterliefen und den Kormoran im Auge behielten, der dann auch  noch eine Runde flog und gleich nochmal viel größer wirkte, sprach uns eine Frau an, ob wir denn mit dem Fernglas den Eisvogel beobachten wollten.

Horchet auf! Eisvogel? EISVOGEL? Jaja, es gäbe eine Stelle weiter den Weg entlang, wo ein Eisvogel an einem kleinen Tümpel im Baum säße und Fische jagte.

Eilig liefen wir (also ich und die Jungs im Schlepptau, Anna bockte) weiter und ich impfte die Jungs, nicht zu schreien und mit ihren Stöcken zu schlagen, weil das das Tier verjagen könnte.

Angekommen entdeckte ich nichts ausser verschiedene Enten. Kein Eisvogel. Nach einer Weile kam auch mein Mann und Anna an. Er war es schließlich, der das wunderschöne Exemplar tatsächlich im Busch über dem Wasser lauernd entdeckte. Ich kann euch sagen, das war ein tolles Erlebnis. Der Eisvogel  äugte ins Wasser und ruckte immerzu mit dem Kopf. Nach ein paar Minuten startete er blitzschnell, schnappte sich einen kleinen Fisch und verschwand wieder im Baum. Der war wirklich schnell! Ganz ganz toll.

UND ICH HATTE DOCH RECHT!!! Es war ein Eisvogel, den ich aus der Straßenbahn gesehen habe! Ich WUSSTE es. Ha! Ich frag mich, warum mir nie jemand etwas glaubt….

Nach diesem Höhepunkt beobachteten wir noch eine ganze Reihe anderer Vögel: Blesshühner, Reiherenten, Stockenten, Blaumeisen im Gebüsch, ein Paar Höckerschwäne und eine schnöde Amsel.

Aber immerhin :-) Wer glaubt, mit drei kleinen Kindern keine Expedition machen zu können irrt. In zwei Stunden 11 verschiedene beobachtete und bestimmte Arten: Ein voller Erfolg! Dazu kommen noch die Arten, die (mehr oder weniger regelmäßig) zu uns ans Vogelhaus kommen: Feldsperling, Haussperling, Kleiber, Grünfink, Kernbeißer, Ringeltaube und die Streifenköpfige Schwanzmeise. Ich bin richtig stolz darauf, wieviel die Kinder durch solche Kleinigkeiten schon gelernt haben. Einen Buchfink wollen sie noch sehen. Und einen Zaunkönig. Mal schauen, wann es soweit ist :-)

Als wir mit frischem Brot fix und fertig heimkamen und mein Mann die Badewanne für die Kinder vorbereitete, fertigte unser Großer seine eigene, ganz persönliche Aufarbeitung des Nachmittags an: Ein Eisvogeltafelportrait in Farbe :-) Dafür hat er sogar alle seine sorgsam, mühsam und kleinlich geübten Notenschlüssel abgewischt.

Morgen wollen wir einen neuen Versuch starten. Mal schauen, was das Wetter sagt.

Eure Ankelilli.


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Geschrieben von - 8. Januar 2011 in Alltag

 

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angemeldet!

Liebe Leser,

kennt ihr das, wenn ihr euch manchmal, bei wichtigen Situationen selbst von außen betrachten könnt? Nun ja, es mag an meiner blühenden Phantasie geschuldet sein, aber am Mittwoch ging es mir wieder einmal so.

Am Mittwoch durfte ich nämlich den Hannes in der neuen Jenaplan Schule (Gemeinschaftsschule Lobeda- noch ohne offiziellen Namen) anmelden. Aufmerksame Blogleser sollten verfolgt haben, wieviel mir das bedeutete. *seufz*

Als ich nun in der Kastanienschule ankam, wie Knecht Ruprecht persönlich, stapfend und eingeschneit, freute ich mich zunächst über die vielen Wegweiser. Da ich es so gar nicht mit Orientierung habe, war die erste Hürde überwunden, ehe sie am Horizont auftauchte.

Im Sekretariat dann empfing mich eine sehr aufgeschlossene, höfliche, freundliche Sekretärin und übergab mir das Anmeldeformular. Ich war auf 10 Seiten Pergamentpapier in Winzschrift  vorbereitet und überrascht, dass es nur eine einzige, recht übersichtliche DIN A4 Seite war.

Ich setzte mich an einen kleinen runden Tisch, auf dem ein Weihnachtsdeckchen lag. Einen Kuli konnte ich ausschlagen, da ich aus der Uni kam und meinen Füller dabei hatte. Diesen zückte ich also und fing an zu schreiben…

Mir gegenüber saß ein Vater, der bei der Frage nach Religions- oder Ethikunterricht ins Schwitzen geriet und das nicht ohne seine Frau entscheiden wollte. Per Telefon war sie nicht erreichbar. Zum Glück kam just in diesem Moment Frau Wolfram herein, Schul- und Hortpädagogin des Hauses und einfach zauberhaft in ihrer Ausstrahlung. Sie beriet den Vater, dass er das in Ruhe besprechen könne und am folgenden Tag diese Info noch nachreichen könne.

Die schwierigste Frage für mich war die des Hortes. Dass Hannes in den Hort gehen wird, ist klar, aber auf dem Formular war die Rede von ()mehr oder ()bis zu 10 Stunden Hortzeit. Leider ohne Einheit. Am Tag? Im Monat? In der Woche? :-/

Aber auch hier konnte Frau Wolfram helfen :-) Es geht um mehr oder weniger als 10 Stunden in der Woche. Die 50 minütige Mittagspause zählt da übrigens mit hinein, das wusste ich zum Beispiel noch gar nicht. Nun, dann war der Sachverhalt klar, mehr als 10h Hort in der Woche.

Datum, Unterschrift, abgeben, überschwängliche Freude ausdrücken (und es wirklich so meinen), raus.

Als ich die Tür des Sekretariats schloss, zitterte ich. Ja, ich bin ein Mädchen :-)   Ich war so… erleichtert! Deshalb musste ich mich erstmal setzen und meinem Mann eine “Es ist vollbracht” – SMS schicken. Danach ging es wieder hinaus in den Schnee. In der Wintersonne glitzerte er so schön. Für mich war die Anmeldung meines Kindes an einer Schule, die nach Jenaplan Pädagogik unterrichten wird, ein Meilenstein. Nicht nur schulisch, nicht nur fachlich. In erster Linie reflektierte ich, dass es ein wichtiger weiterer Meilenstein war auf dem Weg, dies hier als meine Heimat anzunehmen. Meine Kinder in einer Jenaplanschule? Jetzt bekommen mich hier keine 10 Pferde mehr weg :-)

Schöne Wintergrüße,

eure Ankelilli.

 
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Geschrieben von - 16. Dezember 2010 in Alltag, Schule

 

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Schnupperstunde in der neuen Gemeinschaftsschule Jena Lobeda

Liebe Leser,

gerade komme ich zurück von der “Schnupperstunde” an der neuen Gemeinschaftsschule. Wir hatten die Möglichkeit, zusammen mit unserem Vorschüler die Räume zu besichtigen, Materialien zu studieren und Fragen zu stellen.

Viel wichtiger war aber, seinen Standpunkt zur Schule äußern zu können.

Ich fand es großartig, dass Elternsprecherin und eine Schulbeirätin sich neben Beruf und Familie die Zeit genommen haben, alle (zahlreichen) Bewerber auf die 24 Erstklässlerplätze persönlich zu interviewen und somit die Möglichkeit zu bieten, sein Engagement zu reflektieren und seine Motivation darzulegen.

Das Ganze wurde über 2 Fragebögen gelöst und anschließend nochmal in einer Gesprächsrunde. Alle Eltern erschienen mir sehr gut vorbereitet und ebenso begeistert für die Jenaplan Pädagogik wie ich :-D

Während all dieser Zeit waren die Kinder im Hort betreut. Es wurde gesungen, gelesen und gespielt. Hannes hatte eine Glocke in seiner Lieblingsfarbe gemalt und mich noch lächelnd daneben :-)

Nun heisst es abwarten und Kaffee trinken. Bis zum 14.12. werden wir postalisch informiert, ob die Zusage erfolgt ist oder nicht.

Ich bin nervös.

Eure Ankelilli.

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Geschrieben von - 1. Dezember 2010 in Alltag, Schule

 

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Erfolge!

Halli Hallo.

Was waren das für letzte Tage. Man könnte meinen, sie dauern 30 statt 24h.

Mit einem kranken Kind daheim versuchen zu lernen ist ein Unding, das habe ich gemerkt. Nun war aber mein Donnerstag genauso verlaufen. Ich habe ja extra auf die Teilnahme an der Informatik Übung und Vorlesung verzichtet, damit ich Anna am Freitag in den Kiga bringen kann, um mein Kolloquium ablegen zu können.

Es war sinnlos, zu versuchen zu lernen. Lediglich den Mittagsschlaf konnte ich nutzen, aber der war an diesem Tag just nach schon einer Stunde vorbei.

Die Abendstunden waren auch schon verplant. Immerhin war ein neues Treffen der interessierten Eltern der neuen Gemeinschaftsschule Jena Lobeda angesetzt und ich wollte unbedingt hin um zu schauen, wie das Schuljahr angelaufen war und den Füllstand der Anmeldungen abzufragen.

Gut, dass ich da war, ich habe viele interessante Details aus dem Schulalltag erfahren, ein Projektheft angeschaut und eine ganze Menge Fragen beantwortet bekommen. Und eine wichtige Erkenntnis gewonnen: Die neue Stammgruppe ist hinsichtlich Ersties schon voll!

Nun galt es, schnellstmöglich meinen Aufnahmeantrag abzugeben und eine Begründung zu formulieren, die Erfolg versprechen sollte. Und in einer Jenaplan Schule kann man vor allem mit einem punkten: Engagement.

Doch erstmal musste ich das Kolloquium bestehen.

Donnerstag nacht paukte ich dann bis Mitternacht, stand um 3 Uhr morgens wieder auf und holte alles das nach, was ich am Tage nicht geschafft hatte. Gut vorbereitet konnte ich mich dann ab um 6 wie gewohnt um Frühstück, Haushalt und Kindergarten kümmern. Dank eines Chauffierdienstes war ich überpünktlich in der Stadt. Zum Glück, denn ich lief zunächst ins falsche Gebäude.

Im zweiten Anlauf fand ich den Konferenzraum auch und mit einer Viertelstunde Verspätung startete die Fragestunde.

Wäre ich nicht so fürchterlich nervös und von Selbstzweifeln gebeutelt gewesen, hätte ich richtig gut abschneiden können. So hat es “nur” zu einer 2,3 gereicht- Aber auch darauf bin ich mächtig stolz. Zumal die Prüferin meinte, ich hätte gute Ansätze, aber teilweise leider Wissenslücken (Anm. d. Red: Die waren der Aufregung geschuldet).

Uff. Nach diesem anstrengenden Vormittag warf ich mich mit der Hälfte meines Chemie-Lernzirkels an die Seminaraufgaben für Montag und anschließend mit der anderen Hälfte eben des Zirkels in die freitägliche Experimentalvorlesung, in der es wieder wunderbar knallte, stank und blubberte. Highlight waren der ergraute Professor, der ergraute Assistent und ein Student, die sich mit Heliumstimme einer Diskussion stellten. Die Chemiker (zumindest die praktischen) sind wirklich kleine Kinder. Voller Begeisterung stellten sie dann noch ihr Brennstoffzellenauto vor und erfreuten sich an den kleinen Kreisen, die es fuhr. Der Professor legte immer wieder Kreidestückchen in dessen Weg und erfreute sich köstlich daran.

Raus aus der Vorlesung, auf den Wochenmarkt. Schnell in die Bahn nach Hause, das frische Obst und Gemüse in die Küche gestellt. Kaffee gemacht und in den To-go Becher gefüllt. Immerhin war ich seit 3 Uhr auf.

Schlag 15 Uhr war ich im Kindergarten und 15:30 in der Jenaplanschule, die noch immer “nur” ein paar Zimmer in den Räumlichkeiten der Kastanienschule hat. Zum Glück waren noch Eltern da (die beiden vom abend davor auch), so dass ich mir trotz schon beendeten “Elterncafe’s” die Zimmer ansehen durfte. Meinen Antrag füllte ich aus, dann bekam ich sogar noch die Möglichkeit, den Pädagogen Löcher in den Bauch zu fragen. Das war wirklich aufschlussreich und bestätigte mich in der Begeisterung für diese Schule / das Konzept.

Nächsten Samstag (13.11.2010) wird es einen”Tag der offenen Tür” geben, wo ich auf jeden Fall hingehen möchte, denn da werden die interessierten Eltern einen Einblick in die Unterrichtsmaterialien bekommen können, mit allen Beteiligten sprechen können und überhaupt einmal so richtig auf Tuchfühlung gehen können. Ich freue mich schon drauf.

Der Freitag abend endete, wie zu erwarten, in einer absoluten Erschöpfung. Aber auch in einem Gefühld es Stolzes, so richtig was erreicht zu haben. Nun kann ich nur hoffen, dass mein Hannes auch angenommen wird…

Eure Ankelilli.

 
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Geschrieben von - 6. November 2010 in Alltag

 

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