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Blogsichtung: braunes Nazi Nest Jena – die Reaktionen auf den ZDF “aspekte” Beitrag

Update 3: http://www.l-iz.de/html/artikel/comics/schwarwel/zone.jpg:

Update (30.11.) Siehe da, der Herr Uhly hat auch etwas dazu zu sagen. Macht meinen inneren Aggressionspegel nicht wirklich entspannter (OTZ)

Update 2 am 30.11.: Die Jenaer Studentenschaft geht im Akrützel herrlich ironisch mit dem Thema um. Den Vorabdruck findet ihr in der Thüringer Blogzentrale

Es geht heiß her,

die Emotionen kochen hoch, nachdem auch die offizielle Stellungnahme der “aspekte” Redaktion äußerst unbefriedigend aufgenommen wird. Hier ist sie:

Liebe Zuschauer,

vielen Dank für Ihre Zuschrift zu unserer Sendung vom 18.11. Wir bedauern, dass unser Beitrag Sie so sehr empört hat. Wir hatten nicht die Absicht „den Osten“ und die Stadt Jena pauschal zu verurteilen.

Allerdings halten wir es für journalistisch vertretbar, dass wir dem Schriftsteller Steven Uhly, der sich wie viele andere Bürger auch in den östlichen Bundesländern von manifester Fremdenfeindlichkeit und rassistischen Pöbeleien bedroht fühlt, ein Forum gegeben haben. Seine Angstgefühl mag höchst subjektiv sein, ist aber deswegen nicht weniger legitim. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, einem Interviewpartner die Meinung einer Redaktion in den Mund zu legen.

Nach der Entdeckung eines rechtsterroristischen Netzwerks, das zehn Menschen ermordet hat, haben wir Uhly Gelegenheit gegeben, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Mit diesen Ängsten steht er als Bürger mit ausländischen Wurzeln keineswegs allein da.

Dass es in Jena viele Menschen gibt, die sich seit Jahren, wie Pfarrer König, im Kampf gegen die rechte Szene engagieren, hat unser Beitrag deutlich gezeigt. Aber gerade er und der Aussteiger Uwe Luthardt bestätigen die Existenz einer gewissen Fremdenfeindlichkeit, also genau den Grund für die Angst von Steven Uhly. Auch der kurdische Imbissbesitzer, bei dem sich Luthardt und Uhly trafen, wollte nicht vor die Kamera. Er habe Angst sich das Geschäft zu verderben, erklärte er seine Ablehnung. Noch immer gibt es in der Universitätsstadt Jena den berühmt berüchtigten Nazitreffpunkt das „Braune Haus“, das zwar zur Zeit aus baurechtlichen Gründen geschlossen ist, dessen Garten aber immer noch für rechtsextreme Versammlungen genutzt wird.

Von den 156 Menschen, die seit 1990 bei rechtsextremistischen Übergriffen zu Tode kamen, ist die Hälfte im Osten ermordet worden. Wenn man diese Zahl ins Verhältnis zu den Einwohnerzahlen der alten und neuen Bundesländer setzt, dann stellt man fest, dass die Zahl der Übergriffe in den neuen Bundesländern signifikant, nämlich fünfmal höher liegt. Zwar sind die rechten Gewalttaten mit Todesfolge glücklicherweise rückläufig, aber die ostdeutschen Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt berichten, dass sich die Zahl rechter Übergriffe seit Jahren auf einem skandalös hohen Niveau bewegt.

Wenn unser Beitrag Ihrer Meinung nach die Auseinandersetzung mit dem Problem des Rechtsextremismus nicht gefördert hat, tut uns das leid. Wir können Ihnen aber versichern, dass wir an diesem sensiblen Thema dran bleiben.

Mit freundlichen Grüßen,

Anna Riek,
Redaktion aspekte

Nun ja, ehe ich meinen Zorn über die Relativierung und absurden Zahlendrehereien hier auslasse, zeige ich euch lieber, was andere (meist regionale) Blogger dazu meinen.

Steve zum Beispiel analysiert die einzelnen Abschnitte – wie ich finde – sehr zutreffend. Ein Beispiel:

Danach folgt eine ebenso plakative Statistikauswertung wie vom ZDF als Grundlage gesehen- nur geht es um Drogentote. Da bekommt man richtig Angst, den “Westen” zu besuchen. Hilfe.

Auf Estampapier kann man das Ganze aus einer anderen Sicht beleuchtet nachlesen. Mitunter auch mit einem Schmunzeln, was bei der Wut und dem Ärger, der durch den Artikel hervorgerufen wird, ganz erleichternd ist.

Beispiel:

Ihr seht, auch diesen Beitrag sollte man sich durchlesen.

Die Thüringer Blogzentrale interessiert sich auch an euren Meinungen zur offiziellen Stellungnahme!

Natürlich sind auch alle meine Leser angehalten, die Petition von Jenapolis zu unterzeichnen!

Ich finde es ganz große KLASSE, dass sich die Jenaer Bürger/Blogger/Menschen so damit auseinandersetzen und ihre (Wahl)-Heimat verteidigen. Wenn nicht mit diesem Hintergrund, dann eben, um den politischen Journalismus wieder eine Richtung zu weisen, der richtig wäre: Objektiv!

Ich würde jetzt gern ein positives Beispiel bringen, kann ich aber nicht. Im Gegenteil. Schlusswort heute hat www.welt.de – Jawohl, die Welt. Die ganze Welt sollte sich über so einen Artikel empören!

Holla die Waldfee. Das wird ja immer schlimmer.

Update: Dieser Artikel der Jüdischen Allgemeinen ist ein positives Beispiel, wie man mit dem Thema umgehen sollte: reflektiert und nicht plakativ. Dass es in den Neunzigern deutlich schlimmer war als heute, dass viel erreicht wurde, aber das Thema natürlich noch präsent ist. Beispiel:

Ein weiterer- sehr interessanter Abschnitt dieses Artikel:

Muss man nichts dazu sagen, oder? Auch nach mehrfachem drüber nachdenken nicht.

Update 2: Jenanews.de empört sich über die Stellungnahme und zeigt gleich zwei Bilder von Aktionen gegen rechts. Und spannende statistische Auswertungen gibts da auch gleich mit:

Update 4: Die Zeit hat sich dem Thema lang und ausführlich gewidmet. Mit einer gut recherchierten Zeitachse des Kampfes gegen Rechts in Jena. Danke!

Update 5 (25.11.): Hier gibts einen Leserbrief von Sandro Witt, der über die (leider) stets präsente rechte Szene thüringischer (Klein)Städte schreibt:

Update 6. (25.11.) Und was noch ganz aktuell und wichtig ist: (Update 25.11.): Am SAMSTAG, 26.11. um 17:00 Uhr wird es auf dem Holzmarkt ein öffentliches Treffen des Aktionsnetzwerkes gegen Rechtsextremismus Jena geben. Folgene klare Anforderungen werden an die Veranstaltung gestellt:

Update 7: (25.11.)Ein nicht verschönernder Artikel des CICERO Magazins für politische Kultur setzt sich mit der rechtsextremen Entwicklung auseinander, dem Versagen der Politik und dem Aufbegehren der Jenaer Bürger. Beispiel:

An dieser Stelle möchte ich auch ein Dankeschön aussprechen für euer Interesse an dem Thema und meiner Aufstellung, die im Übrigen keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Es sind Artikle, die mir im Umfeld empfohlen wurden, die ich in Kommentaren fand oder im twitter retweetet wurden. Über weiteren Input bin ich sehr dankbar.

Update 9: Jens Mende kommentiert auf jenanews.de zum ZDF aspekte Beitrag:

Update 8: Das ZDF plant mit aspekte eine Diskussionsveranstaltung zu diesem Thema. Na ich bin gespannt.

 
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Geschrieben von - 24. November 2011 in Alltag

 

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Staubsaniert. Mit Schulneuigkeiten!

Liebe Leser *puuust*,

nun habe ich mich doch endlich mal aufgerafft, diesen wunderbaren Blog aus der Versenkung zu holen. Ein frischer Einband, neue Ideen, und Inhalt, auf den viele meiner Leser neugierig sind:

Wie läuft es denn nun in der frisch ausgegründeten Jenaplanschule?

Nun, es läuft großartig. Hannes hat sich gut in die Stammgruppe integriert, hat die Raufbolde schon alle gefunden und seine Position als erstes  Schulkind der Familie ordentlich verteidigt. Nun wackeln die Zähne der Jungs um die Wette. Floris Schulreife äußert sich auch im Gebiss schon. Im Kindergarten ist dieser nun gänzlich unterfordert, doch tut ihm die Rolle als “der Große” dort sehr gut. Selten sahen wir ihn so kindlich, ausgelassen, selbstbewusst. Offenbar war es wieder mal richtig, dem Instinkt zu folgen.

Förderung bekommt er nun zu Hause. Hannes wendet gelerntes an, Florian schaut es sich ab. Da werden Einkaufslisten und Zettelbotschaften geschrieben, Bilder gemalt und Rechenaufgaben gelöst. Letztere durch Spiele wie Numino oder Trio Domino"".

Aber auch wir Eltern können nicht meckern. Bis jetzt gab es in diesem Schuljahr:

1 Stammgruppenelternabend

1 themenbezogenen Elternabend zum Thema “Bewertungskultur an der Jenaplanschule”

1 Nachmittagstreffen zum Thema “Lesen lernen durch Schreiben”

2 Elterncafés

grob 10 Eltern AGs, in denen (je nach Kompetenz) an der Schule mitgearbeitet werden kann/soll

und ein Kennenlernwochenende mit Tagungsprogramm. Meinen Bericht dazu findet ihr auf der Schulwebseite, die jetzt (hoffentlich bald) ein neues Layout bekommt und deutlich mehr aktuellen Inhalt. Das könnt ihr gern lesen und euch mitfreuen, wie genial doch das ganze Konzept und die Umsetzung dazu sind.

So, das wars aus schulischer Sicht.

Grüße in den Abend,

Eure Ankelilli.

 
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Geschrieben von - 16. November 2011 in Schule

 

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Über die (Nicht-)Schönheit der Natur.

Liebe Leser,

Nachtigall. (wikipedia via insecta62)

seit ein paar Tagen erfreut uns eine Nachtigall im Gesträuch hinter dem Haus. Jeden Abend ab ca. 22:45 trällert sie ihr Lied.

Als wir das unseren Kindern mitteilten, waren die Reaktionen darauf gespalten.

Hannes und Anna freuten sich und wollten sie unbedingt mal hören.

Florian fragte, ob wir sie auch gesehen hätten.

Auf unser “Nein, nur gehört.” meinte er:

“Weisst du, wie HÄSSLICH die sind? die sind nur braun, sonst nichts!”

Nun ja, wenigstens kann sie schön singen. :D

Eure Ankelilli.


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Geschrieben von - 27. April 2011 in Alltag

 

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Willkommen, Erlenzeisig!

Liebe Leser,

Ein jeder liest in seiner Kindheit Bücher, die ihn sein ganzes Leben begleiten. Ein wichtiges war bei mir “Ein Nest, versteckt auf dichten Zweigen” von Werner Lindemann (seines Zeichens Vater vom Rammstein- Frontmann) und Gerhard Rappus. Erschienen ist es im Kinderbuchverlag Berlin 1985. Insbesondere dieses Gedicht hatte es mir angetan:

Zeisig

Der Zeisig baut sein Nest:
In Eichen?
In Buchen?
In Erlen zu suchen?
Mitnichten!
In Fichten.
Am Ende von Zweigen,
wohin Kinder nicht steigen.

Warum er Erlenzeisig heisst?
Weil er gern Erlensamen speist.

 

Ach, ich liebe dieses Gedicht, ich liebe dieses Buch. In wenigen Zeilen so viel Information, so leicht zu merken und wunderbar illustriert.

Nun denn, viele viele Jahre hat es gedauert, und heute habe ich einen echten gesehen:

Darf ich vorstellen: Carduelis spinus (LINNEE, 1758). Erlenzeisig. Am Erdnuss-säckchen.

Ist der nicht wunderschön?

Ich bin völlig begeistert!

Eure Ankelilli.

 
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Geschrieben von - 16. Januar 2011 in Alltag, Rezension

 

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Die Drachensteigenlassen-Saison ist gestartet!

Liebe Leser,

dass wir hier direkt vor einem kleineren Hügel wohnen, auf dem es immer recht zugig ist, wisst ihr ja, wenn ihr meinen blog regelmäßig lest.

Am Wochenende haben wir aufgrund des wunderbaren Spätsommerwetters unsere Drachen geschnappt und sind mit den Kindern losgestiefelt. Das muss ein enormes Infektionsrisiko haben, denn nur Stunden später tummelten sich viele Kinder neben und um uns. Deren Drachen tanzten in der Luft, krachten hinunter und versuchten es wieder mit dem Aufsteigen.

Es war schön anzusehen. Unser Fazit: Die Möwe ist toll, braucht aber viel (aufsteigenden) Wind. Der alte Carsdrachen ist auch toll, immer noch fit und steigt schon bei einem leisen Lüftchen in unerreichte Höhen.

Ausserdem: Drei Kinder brauchen drei Drachen. Wir haben nur 2. Und ich hätte gern einen einfachen Lenkdrachen. Hat zufällig jemand einen übrig, den er mir schenken mag?

Natürlich sind auch ein paar Bilder geschossen worden:

Liebe Grüße, Eure Ankelilli.

 
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Geschrieben von - 22. September 2010 in Alltag

 

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Überhausung Lobeda- Die Gestaltung beginnt.

Liebe Leser,

hinter unserem Haus führt ein Hügel über die Autobahn, die hier umtunnelt wurde, um den Bürgern vin Lobeda etwas mehr Wohnqualität zu bieten. Diesen Hügel nennt man “Überhausung”.

In regelmäßigen Abständen erkunden wir diese Baustelle und verfolgen, wie weit die Bauarbeiten denn voranschreiten. Seltsamerweise war in diesem Jahr sehr viel Stillstand. In den letzten Tagen habe ich aber immer mal wieder Bagger gesehen. Das war Grund genug dafür, dass wir am Sonntag vormittag mal schauen waren.

Natürlich war der Fotoapparat wieder dabei. Die schönsten Schnappschüsse seht ihr hier.

Interessant ist, dass die Wege und Anlagen jetzt entstehen. Ganz oben ist ein kleiner Extrahügel aufgetragen worden, auf dessen “Spitze” offenbar eine Art Plattform/ Aussichtspunkt entsteht. Zumindest ist eine glatte Fläche abgetragen worden.

Zentral auf der Überhausung ist ein Kreis ausgehoben. Was das wohl wird? Eine Sitzgruppe? Ein Grillplatz? Ein Sandkasten? Wer weiss. Wo Wege entlanggehen werden, ließ sich anhand der Holzstöcke erkennen. Wir hoffen ja, dass die von den Menschen bereits angelegten Trampelpfade berücksichtigt werden, denn wenn nicht, werden sie wohl für immer erhalten bleiben.

Der große Steinhaufen ganz oben liegt immer noch herum. Dies wird möglicherweise eine Naturmauer oder eine Begrenzung von …irgendetwas. Wie gesagt, ich bin gespannt. Das Ganze soll ja parkähnlich werden. Potential hat es auf jeden Fall, die Aussicht ist grandios.

Aber schaut selbst.

Eure Ankelilli.

 
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Geschrieben von - 13. September 2010 in Alltag

 

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Neuigkeiten zur “neuen Gemeinschaftsschule Jena Lobeda”

Welche übrigens immer noch einen adäquaten Namen sucht.

Gestern war ja, wie auf der offiziellen Homepage ersichtlich, der erste Donnerstag des Monats und somit Treffen aller Eltern, Förderer, Interessierter im Cafè “Grünowski” in Jena.
Da ich ja noch nie hier “aus” war, musste ich dieses erst suchen und war erst verwundert und später begeistert ob des wunderbaren “Außengeländes”. Es ist kein schnöder Biergarten, nein, es sind Tischgruppen im Garten, unter Bäumen, die mit Lampions beleuchtet werden. Außerdem befindet sich auf dem großzügigen Areal ein Kinderspielplatz und ein Zelt mit integrierter Bar. Die Volkssternwarte “Urania”, Schillers Gartenhäuschen und die Kulturarena im Hintergrund, wunderbar kann ich nur sagen.
Leider war da keine Ansammlung von Eltern, Pädagogen, Politikern oder sonstwem. Ich bestellte mir erstmal ein Wasser und hatte Glück, daß ein großer Herr, nennen wir ihn mal F., die Bedienung just in diesem Moment auch nach dieser Gruppe befragte. Ich heftete mich einfach mal an seine Fersen. Wir schwatzten schon eine Weile, da kam dann auch noch ein Herr dazu, nennen wir ihn mal W.
Dieser war tatsächlich Vertreter der Schule, sein Sohn ist Teil der aktuellen Stammgruppe. Wie schön. So konnte ich doch einige neue Informationen über den vor der Tür stehenden Schulstart sammeln.

So sind die Unterrichtszeiten der Kinder, wie bei Jenaplan üblich, in große Blöcke à 90min gegliedert, mit einer kurzen Pause dazwischen und einer ausgedehnten Mittagspause. Die groben Zeiten sind: Unterrichtsbeginn 8:15 Uhr, Ende ca. 14:30. Das mag für “Erstklässler” spät sein, aber das Pädagogikprinzip schließt ja Hausaufgaben aus, von daher bleibt der Nachmittag dann auch wirklich geistig frei von erneuter Lernerei. Wer mag, kann ja hier noch ein wenig über die Jenaplanpädagogik lesen.
Zum Schulessen gibt es jetzt eine Zusammenarbeit mit einem kleinen Jenaer Unternehmen, die auf frittierte Hühnerformfleischdinosaurier verzichten und dafür tatsächlich mit echtem Gemüse und Fleisch arbeiten. Es gibt 2 Wahlessen und die Möglichkeit, Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu umgehen.
Die erste Stammgruppe deckt den ganzen Bereich 1.-3. Klasse ab, wobei die Schwerpunkte auf den neu eingeschulten Kindern liegt. Sicher füllt sich diese Gruppe dann in den weiteren Schuljahren rasch auf. Es sind ein paar mehr Jungs als Mädchen, aber generell keine stark verschobene Statistik.
Der Frühhort wird im Moment ab 6:30 Uhr über die Stoyschule angeboten, es gibt einen Hortner und eine Hortnerin, die sich ganz wunderbar um die Kinder kümmern. Einen Späthort gibt es auch, nähere Info dazu gibt es immer aktuell auf der offiziellen Homepage.
Ich habe anbringen können, daß der Blasmusikverein “Carl Zeiss” Jena eine Zusammenarbeit gern sehen würde, daß es dort konkrete Ideen und Vorschläge gibt, die mit der neuen Schule möglicherweise gut zu vereinbaren wären. Dies stieß bei W. auf Interesse, jedoch sagte er mir, daß es diesbezüglich wohl schon Kontakt gibt, denn eine Mutti hätte ihr Kind auch in diesem Verein und wollte diesbezüglich Vermittlungsarbeit leisten. Das freut mich natürlich.
Leider ist außer W. keiner mehr da gewesen, den man hätte noch ausquetschen können. Es könnte daran liegen, daß am Samstag große Schuleinführung ist und fast alle Beteiligten an einem “Willkommes- Theaterauftritt” arbeiteten. Die Eltern spielen nämlich für die Kinder ein Stück von Janosch und der Tigerente. Ist das nicht toll? Das nenne ich mal einen schönen Start in die Schule.
Ich hatte auch noch ein Anliegen, und zwar fände ich es schön, wenn die “Frischlinge” die Möglichkeit hätten, sich in der Mittagspause oder im Hort hinzulegen und kurz abzumatten. Für viele ist die harte Konzentrationsarbeit am Vormittag sehr anstrengend und die Umstellung vom Kindergarten würde sicher vielen leichter fallen, wenn sie einfach mal die Augen zumachen könnten.
W. notierte sich dies und meinte, theoretisch wäre ein Platzangebot da, aber es wurde noch nicht über Matratzen/ Betten nachgedacht.
Das ist ja das Schöne an einer Schule, die aus einer Idee, von Eltern für Eltern, mit staatlicher Unterstützung und politischem Schaffensdrang, entsteht. Man kann so vieles anregen, Dinge in Frage stellen und aktiv an der Formung teilhaben. Wenn man eine Idee hat, und diese umgesetzt werden soll, wird man dann allerdings auch in die Pflicht genommen und muss an der Umsetzung maßgeblich mitarbeiten. Wer sein Kind um 7 Uhr zum Unterricht bringt und um 13 Uhr wieder holt und es damit belassen will, für den ist so eine Schulart sicher nichts. Dafür haben wir hier aber die Möglichkeit, zu wählen.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Eure Ankelilli.

 
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Geschrieben von - 6. August 2010 in Alles-Hinein

 

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Feuer! Und die blanke Neugier.

Gestern abend saß Familie B. (wir also) gemütlich auf der Couch und schaute “Elefant, Tiger & Co.”. Hannes vergoß bittere Tränen um Voi Nam, weil er ihn unbedingt nochmal sehen wollte und wir erst in ungefähr 2 Wochen in den Zoo kommen. Wir versicherten ihm, daß Elefanten lange genug leben um es Hannes zu ermöglichen, nach Heidelberg in den Zoo zu fahren. Wenn er denn mal erwachsen ist. Und dort studiert oder sonstwas.

Und plötzlich wurden wir auf hellen Qualm aufmerksam, der sich hinter der Überhausung breit machte. Daß es hier in der Region oft brennt, war uns schon aufgefallen, aber für gewöhnlich waren wir dann immer nicht anwesend. Später ging auch die Sirene in Göschwitz. Das feuerwehrgeschulte Ohr meines Mannes war in Alarmbereitschaft, der Hals wurde immer länger, aber erstmal mussten die Kinder ins Bett.

Er legte sich mit ihnen hin und las vor, ich räumte weiter auf. Und da wurde der Rauch schwarz. Ich also zur Kuschelecke getippelt und die Neuigkeiten verbreitet. Zack! Plötzlich standen alle aufm Balkon und reckten sich. Ach, was solls. Klar waren die Kleinen frisch gebadet und in Schlafsachen, aber wann sieht man schonmal Feuerwehren im Einsatz. Zumal die Jungs schon die einzelnen gerufenen Wagen aufzählten samt Equipment. Also Socken an, Schuhe an, Fotoapparat geschultert und raus auf den Berg :-)

Da sah man so viele Menschen wie sonst nie. Keine Sonne oder Frühlingsluft treibt die Lobedaer zu einem Spaziergang- eine Rauchsäule schon. Heute stellte sich heraus, daß nicht Hornbach brannte sondern ein Gehöft im Nachbarort.

Feuerwehren haben wir nur im Vorbeifahren gesehen. War doch zu weit weg. Die Kinder fanden es trotzdem echt spannend. Floris größte Sorge war allerdings, daß er wegen der Schlafsachen ausgelacht werden würde.

Mehr Info hier und hier.

Damit einen schönen Samstag, liebe Leser.

Eure Ankelilli.

 
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Geschrieben von - 3. Juli 2010 in Alltag

 

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Ich wurde angepinnt!

Vor einer Stunde kam ich von meinem Termin in der Musikschule zurück. Im Vorfeld war mir nicht wohl bei der Sache, kam ich mir doch so vor, als sei ich zum Schuldirektor zitiert worden. Diese Vermutung wurde zwar schon längst erschlagen, dennoch war ich mehr als gespannt, was mich erwarten würde.

Barfuß in scheuernden (aber schicken) violetten Schuhen betrat ich also pünktlich um 18:00 Uhr die Räumlichkeiten des “Blasmusikvereins Carl Zeiss” hier in Lobeda. Mich empfingen zwei sehr … menschliche und sympathische Personen. Zum Einen Herr Ulrich Richter- Vorsitzender des Trägervereins der Brass Band und Orchesterschule-  und zum Zweiten Frau Katrin Weber – Leiterin der Musikschule.

Schnell fanden wir uns in einem angeregt- freundlichen Gespräch wieder, in dem es tatsächlich darum ging, mich als “Bloggerin” mal kennenzulernen. Toll, oder? Ich kam mir so wichtig vor :-)

Ich konnte mir ein gutes Bild von dem Vereinsleben machen- was mich auch am meisten interessierte. Auch im tiefsten Winter hättet ihr die Glut in den Augen der beiden sehen können, als sie von ihrer (ehrenamtlichen!) zeitaufwändigen Arbeit für den Verein erzählten. Da werden Bastelstraßen organisiert, ein Sommercamp für große und kleine Orchesterspieler ausgerichtet, Haushalte erstellt, die Vereinsräume gepflegt und hergerichtet, Kinder und Erwachsene unterrichtet, geprobt, Ausflüge und Auftritte geplant…. Wahnsinn! Das alleine wären Vollzeitjobs, aber alles passiert quasi “nebenbei”. Ein solches Engagement ist sehr sehr selten geworden heutzutage.

Und ich darf dabei sein! Ich wurde gefragt, ob ich denn ab und zu etwas beitragen könnte, wenn sich etwas ergibt. Und mein Mann als IT’ler auch.  Hach! Ich bin so stolz darauf! Ich hoffe doch, daß ich immer mal helfen kann, denn mich zu engagieren macht mir immer Freude. Und für so eine gute Sache erst Recht.

Zum Informationsabend der neuen Gemeinschaftsschule in Lobeda werde ich die Verantwortlichen ein wenig auf die Möglichkeiten des Vereins schubsen, dem Musikunterricht oder/und dem Ganztagsangebot eine sehr spezielle und einzigartige Note zu verpassen, denn wo sonst in Thüringen kann man seine Kinder von Grund auf für ein Blechblasorchester ausbilden lassen? Welche Möglichkeiten sich da schulisch auftun, kann ich gar nicht ganz erfassen. So etwas muß einfach unterstützt werden, wenn man eine Schule neu gründet. Mal schauen, was ich da tun kann.

Nach knapp einer Stunde Gespräch, einem halben Liter Wasser und mit seligem Lächeln im Gesicht durfte ich mich noch in den Vereinsräumen umsehen. Gerade fing eine Probe der BrassBand an, das war spannend. Die Räumlichkeiten sind klasse, wenn auch etwas stickig. Sogar einen speziell abgeschotteten Schlagzeugübungsraum gibt es. Toll.

Ach ja, im Flur hängt eine Pinnwand. Und in der Mitte davon? Mein Bericht über das Galakonzert. WOOOOW. Und der kleine Leserbrief, der trotz Pressekritik letzte Woche in der OTZ war. Ach, was bin ich stolz. Ich habe das Gefühl, mit meinem kleinen Tor zur Welt angenommen zu sein.

Als ich dann nach Hause spazierte, meine schicken violetten Schuhe tragend, um meine offenen Fersen zu schonen,  fühlte ich mich auf dem warmen Pflaster von Lobeda ein klitzekleines bisschen- zu Hause.

 
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Geschrieben von - 30. Juni 2010 in Alltag

 

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Neue Gemeinschaftsschule Jena Lobeda

Liebe Leser,

heute gibt es von mir Informationen zu der neuen Schule , die zum kommenden Schuljahr (2010/11) starten soll. Hierzu waren zwei sehr sympathische Damen letzte Woche bei uns im Kindergarten, um uns zu beraten und zu informieren, was es denn damit auf sich hat und warum es überhaupt so kam. Ich berichte darüber, weil ich finde, daß umfassende Basisdaten für noch-nicht-in-der-Materie-Steher im Internet nicht so leicht zu finden sind.

Zuerst ein paar allgemeine Daten über die “Gemeinschaftsschule” als Solches. Im Unterschied zur Gesamtschule führt sie die Kinder schon ab der Grundschule gemeinsam durch die Schulzeit und bietet jede Form des Schulabschlusses. Natürlich ist der Eintritt in eine Gemeinschaftsschule auch nach dem Durchlauf einer klassischen Grundschule möglich. Die Kinder lernen ab der ersten Klasse im selben Verband bis inklusive der achten Klassenstufe. Dies hat den Vorteil, daß Freundschaften bis in die Pubertät hinein erhalten bleiben können und die Kinder nicht aufgrund von unterschiedlichen Abschlusszielen auseinandergerissen werden. In der neunten Klasse finden sich dann abschlussbezogene Lerngruppen zusammen, die dann gezielt auf den weiteren Bildungsweg vorbereitet werden.

Ein weiterer Unterschied zur Gesamtschule ist, daß das Abitur nach 12 Jahren angestrebt wird, nicht erst nach 13. Durch einen gymnasialorientierten Lehrplan gibt es einen Mehrbedarf an Personal, dieser wurde bereits beantragt und genehmigt.

Selbstverständlich ist auch ein verlässliches Angebot zur ganztäglichen Bildung und Betreuung. Die Schule soll kommunal gut vernetzt werden und eng mit dem Leben vor Ort verbunden sein, sei es über Ressourcennutzung oder durch kommunales Engagement.

Das Personal soll breitgefächert sein und sich aus Lehrern, Erziehern, Sonderpädagogen und Sozialpädagogen zusammensetzen, die natürlich umfassend qualifiziert sind und werden.

Die neue Gemeinschaftsschule in Jena Lobeda soll nun ganz konkret ein reformpädagogisches Konzept haben, welches sich stark an Jenaplan anlehnen soll. Die Grundzüge sind somit die individuelle Förderung jedes Kindes trotz des starken Gruppenverbandes, die Orientierung an den offiziellen, standartisierten,, abschlussbezogenen Lehrplänen (dadurch die staatliche Anerkennung der Schule durch den Kultus), eine flexible Schuleingangsphase und Doppelklassenstufen. Außerunterrlichtliche Angebote sollen integriert werden, die jahrgangsübergreifenden Lerngruppen werden im Zweipädagogensystem betreut und die älteren Schüler bekommen Tutoren.

Grund für die Gründung der neuen Schule ist der weitere Bedarf an Schulplätzen. Dazu kommt, daß durch den Umzug der Rodatal- Grundschule und der Janisschule ins neue Gebäude ein Schulbau leer steht. Die Brehmschule wird zum Schuljahr 2011/12 aufgelöst.

Nun soll das alte, renovierungsbedürftige Schulgebäude also modernisiert werden. Hierzu arbeiten die Architekten mit den Schulplanern zusammen, um das Gebäude dem reformpädagogischen Konzept bestmöglich gerecht werden zu können.

Bis das Haus dann einzugsfertig ist, werden noch ungefähr zwei Jahre vergehen. Bis dahin wird  das “Pilotprojekt Thüringer Gemeinschaftsschule im Aufbau” ab Schuljahr 2011/12 im Gebäude der Kastanienschule in Lobeda Ost starten. Dort entsteht im Moment die erste Stammgruppe. Der aktuelle Stand ist, daß diese mit 18 Kindern noch nicht ganz voll ist und noch Last-Minute- Springer aufnehmen könnte.

So, und warum erzähle ich euch das alles? Weil ICH total begeistert bin. Als es hieß, wir ziehen nach Jena, keimte in mir die Hoffnung, ich könne meine Kinder in die Jenaplanschule schicken. Nur leider ist dieses Projekt für Normalsterbliche eigentlich unmöglich, da das Schulkonzept natürlich nicht unbegrenzte Schülerzahlen aufnehmen kann und viele erkannt haben, daß Jenaplan ein ganz vortreffliches Konzept ist, welches Kindern optimale Entfaltungsmöglichkeiten bietet bei einer trotzdem stattfindenden enormen Leistungsforderung. UND ALLE DREI STEHEN NUN AUF DER LISTE! Da ja heutzutage nichts geht, wenn man nicht rechtzeitig genug auf irgendeiner Liste steht, freue ich mich (sorry wegen des Ausdrucks) WIE BLÖD, daß ich es geschafft habe, die Kinder (unverbindlich, aber dennoch) auf einer Jenaplanschule unterzubringen. Vielleicht ist es nur die Hand an der Klinke, vielleicht aber auch schon ein Fuß in der Tür, wer weiß. Ich freue mich jedenfalls unbeschreiblich und werde das Ganze noch weiterhin beobachten und am Ball bleiben.

Wenn ihr euch weiter darüber informieren wollt, dann lest  auf der HP der Jenaplanschule weiter oder auf der Wikipedia Seite über das pädagogische Konzept.

Hier noch ein paar weiterführende Links: Jenapolis über die neue Gemeinschaftsschule und natürlich die eigene HP der neuen Schule.

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Geschrieben von - 21. Juni 2010 in Alltag

 

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