Update 3: http://www.l-iz.de/html/artikel/comics/schwarwel/zone.jpg:
Update (30.11.) Siehe da, der Herr Uhly hat auch etwas dazu zu sagen. Macht meinen inneren Aggressionspegel nicht wirklich entspannter (OTZ)
Update 2 am 30.11.: Die Jenaer Studentenschaft geht im Akrützel herrlich ironisch mit dem Thema um. Den Vorabdruck findet ihr in der Thüringer Blogzentrale
Es geht heiß her,
die Emotionen kochen hoch, nachdem auch die offizielle Stellungnahme der “aspekte” Redaktion äußerst unbefriedigend aufgenommen wird. Hier ist sie:
Liebe Zuschauer,
vielen Dank für Ihre Zuschrift zu unserer Sendung vom 18.11. Wir bedauern, dass unser Beitrag Sie so sehr empört hat. Wir hatten nicht die Absicht „den Osten“ und die Stadt Jena pauschal zu verurteilen.
Allerdings halten wir es für journalistisch vertretbar, dass wir dem Schriftsteller Steven Uhly, der sich wie viele andere Bürger auch in den östlichen Bundesländern von manifester Fremdenfeindlichkeit und rassistischen Pöbeleien bedroht fühlt, ein Forum gegeben haben. Seine Angstgefühl mag höchst subjektiv sein, ist aber deswegen nicht weniger legitim. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, einem Interviewpartner die Meinung einer Redaktion in den Mund zu legen.
Nach der Entdeckung eines rechtsterroristischen Netzwerks, das zehn Menschen ermordet hat, haben wir Uhly Gelegenheit gegeben, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Mit diesen Ängsten steht er als Bürger mit ausländischen Wurzeln keineswegs allein da.
Dass es in Jena viele Menschen gibt, die sich seit Jahren, wie Pfarrer König, im Kampf gegen die rechte Szene engagieren, hat unser Beitrag deutlich gezeigt. Aber gerade er und der Aussteiger Uwe Luthardt bestätigen die Existenz einer gewissen Fremdenfeindlichkeit, also genau den Grund für die Angst von Steven Uhly. Auch der kurdische Imbissbesitzer, bei dem sich Luthardt und Uhly trafen, wollte nicht vor die Kamera. Er habe Angst sich das Geschäft zu verderben, erklärte er seine Ablehnung. Noch immer gibt es in der Universitätsstadt Jena den berühmt berüchtigten Nazitreffpunkt das „Braune Haus“, das zwar zur Zeit aus baurechtlichen Gründen geschlossen ist, dessen Garten aber immer noch für rechtsextreme Versammlungen genutzt wird.
Von den 156 Menschen, die seit 1990 bei rechtsextremistischen Übergriffen zu Tode kamen, ist die Hälfte im Osten ermordet worden. Wenn man diese Zahl ins Verhältnis zu den Einwohnerzahlen der alten und neuen Bundesländer setzt, dann stellt man fest, dass die Zahl der Übergriffe in den neuen Bundesländern signifikant, nämlich fünfmal höher liegt. Zwar sind die rechten Gewalttaten mit Todesfolge glücklicherweise rückläufig, aber die ostdeutschen Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt berichten, dass sich die Zahl rechter Übergriffe seit Jahren auf einem skandalös hohen Niveau bewegt.
Wenn unser Beitrag Ihrer Meinung nach die Auseinandersetzung mit dem Problem des Rechtsextremismus nicht gefördert hat, tut uns das leid. Wir können Ihnen aber versichern, dass wir an diesem sensiblen Thema dran bleiben.
Mit freundlichen Grüßen,
Anna Riek,
Redaktion aspekte
Nun ja, ehe ich meinen Zorn über die Relativierung und absurden Zahlendrehereien hier auslasse, zeige ich euch lieber, was andere (meist regionale) Blogger dazu meinen.
Steve zum Beispiel analysiert die einzelnen Abschnitte – wie ich finde – sehr zutreffend. Ein Beispiel:
Danach folgt eine ebenso plakative Statistikauswertung wie vom ZDF als Grundlage gesehen- nur geht es um Drogentote. Da bekommt man richtig Angst, den “Westen” zu besuchen. Hilfe.
Auf Estampapier kann man das Ganze aus einer anderen Sicht beleuchtet nachlesen. Mitunter auch mit einem Schmunzeln, was bei der Wut und dem Ärger, der durch den Artikel hervorgerufen wird, ganz erleichternd ist.
Beispiel:
Ihr seht, auch diesen Beitrag sollte man sich durchlesen.
Die Thüringer Blogzentrale interessiert sich auch an euren Meinungen zur offiziellen Stellungnahme!
Natürlich sind auch alle meine Leser angehalten, die Petition von Jenapolis zu unterzeichnen!
Ich finde es ganz große KLASSE, dass sich die Jenaer Bürger/Blogger/Menschen so damit auseinandersetzen und ihre (Wahl)-Heimat verteidigen. Wenn nicht mit diesem Hintergrund, dann eben, um den politischen Journalismus wieder eine Richtung zu weisen, der richtig wäre: Objektiv!
Ich würde jetzt gern ein positives Beispiel bringen, kann ich aber nicht. Im Gegenteil. Schlusswort heute hat www.welt.de – Jawohl, die Welt. Die ganze Welt sollte sich über so einen Artikel empören!
Holla die Waldfee. Das wird ja immer schlimmer.
Update: Dieser Artikel der Jüdischen Allgemeinen ist ein positives Beispiel, wie man mit dem Thema umgehen sollte: reflektiert und nicht plakativ. Dass es in den Neunzigern deutlich schlimmer war als heute, dass viel erreicht wurde, aber das Thema natürlich noch präsent ist. Beispiel:
Ein weiterer- sehr interessanter Abschnitt dieses Artikel:
Muss man nichts dazu sagen, oder? Auch nach mehrfachem drüber nachdenken nicht.
Update 2: Jenanews.de empört sich über die Stellungnahme und zeigt gleich zwei Bilder von Aktionen gegen rechts. Und spannende statistische Auswertungen gibts da auch gleich mit:
Update 4: Die Zeit hat sich dem Thema lang und ausführlich gewidmet. Mit einer gut recherchierten Zeitachse des Kampfes gegen Rechts in Jena. Danke!
Update 5 (25.11.): Hier gibts einen Leserbrief von Sandro Witt, der über die (leider) stets präsente rechte Szene thüringischer (Klein)Städte schreibt:
Update 6. (25.11.) Und was noch ganz aktuell und wichtig ist: (Update 25.11.): Am SAMSTAG, 26.11. um 17:00 Uhr wird es auf dem Holzmarkt ein öffentliches Treffen des Aktionsnetzwerkes gegen Rechtsextremismus Jena geben. Folgene klare Anforderungen werden an die Veranstaltung gestellt:
Update 7: (25.11.)Ein nicht verschönernder Artikel des CICERO Magazins für politische Kultur setzt sich mit der rechtsextremen Entwicklung auseinander, dem Versagen der Politik und dem Aufbegehren der Jenaer Bürger. Beispiel:
An dieser Stelle möchte ich auch ein Dankeschön aussprechen für euer Interesse an dem Thema und meiner Aufstellung, die im Übrigen keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Es sind Artikle, die mir im Umfeld empfohlen wurden, die ich in Kommentaren fand oder im twitter retweetet wurden. Über weiteren Input bin ich sehr dankbar.
Update 9: Jens Mende kommentiert auf jenanews.de zum ZDF aspekte Beitrag:
Update 8: Das ZDF plant mit aspekte eine Diskussionsveranstaltung zu diesem Thema. Na ich bin gespannt.

































